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Fusion kein Tabuthema mehr

Acht Gemeinderäte im Fraubrunnenamt möchten eine nähere Zusammenarbeit prüfen. Jetzt soll das Volk sagen, ob es das will. Denn für die Behörden steht fest: Von oben herab lässt sich ein Zusammenschluss nicht realisieren.

Vor wenigen Tagen erhielten alle Haushalte ein Flugblatt. Und in wenigen Tagen stimmt mit Büren zum Hof die erste Gemeinde ab: Es geht um die Frage, ob und in welcher Form sich in der Region Fraubrunnen näher zusammenarbeiten liesse. Das möchten die Gemeinderäte von Fraubrunnen, Büren zum Hof, Etzelkofen, Grafenried, Limpach, Mülchi, Schalunen und Zauggenried bis Ende 2010 mit externer Hilfe genauer abklären. Doch vorerst muss das Volk an allen acht Gemeindeversammlungen den Grundsatzentscheid fällen, ob es solche Abklärungen überhaupt will oder nicht.

Gemeinsam positionieren

«Bleiben wir bedeutungslose Einzelgänger? Oder machen wir etwas zusammen?» Diese Fragen würden sich angesichts der allgemeinen Entwicklungen im Kanton aufdrängen, sagt Fraubrunnens Gemeinderatspräsident Christian Guggisberg (Forum). In der Regionalkonferenz zum Beispiel werde man sich künftig als Region positionieren müssen.

«Unsere Türe ist offen»

Fraubrunnen ist mit fast 1800 Einwohnern die grösste der acht Gemeinden. «Unsere Türe ist offen», sagt Guggisberg. «Aber wir setzen niemanden unter Druck.» Eine Fusion bezeichnet er als «Extremvariante». Im Moment sei es vor allem wichtig, zu wissen, was die Leute wollen.

Auch wenn der Ist-Zustand ebenso wie die Fusion als Variante auf dem Flugblatt für die Bevölkerung aufgeführt ist, räumt Guggisberg ein: «Er ist wohl keine Lösung für die Zukunft, wir müssen etwas ändern.» Als Mittelweg steht die Idee im Raum, ein Dienstleistungszentrum zu bilden, um in der Verwaltung Synergien zu nutzen.

Was die Abklärungen genau kosten, ist laut Guggisberg noch offen. Man habe Offerten auf dem Tisch. «Aber es kommt darauf an, wie viele Arbeiten wir extern geben.» Einen Kredit muss das Volk jedenfalls nicht sprechen. Die Beträge liegen laut Guggisberg überall im Kompetenzbereich der Gemeinderäte.

«Das Beste für uns»

«Die kleineren Gemeinden haben immer weniger Möglichkeiten», das sei klar, sagt Schalunens Gemeinderatspräsident Markus Lüscher (SVP). Rund 400 Einwohner hat Schalunen. «Ich bin für alles offen», sagt Lüscher. «Es muss einfach das Beste für unser Dorf sein.» Was das sei, gelte es jetzt proaktiv zu prüfen. «Mir ist es lieber, wir agieren, statt irgendwann nur noch reagieren zu können.» In Knochenarbeit gelte es offen abzuklären, wo die Chancen und Gefahren verschiedener Formen der Zusammenarbeit für die Zukunft lägen. «Dabei muss das Volk von Anfang an mit im Boot sitzen», betont Lüscher. Etwas von oben herab zu verordnen mache keinen Sinn.

Spezialfall Zauggenried

Auch für Zauggenrieds Gemeindepräsident Urs Schär (BDP) ist klar, dass seine Gemeinde mit 320 Einwohnern sich etwas überlegen muss. «Alleine wird es schwierig.» Doch schwierig ist in Zauggenried auch die Ausgangslage: Schon heute kooperiert die Gemeinde bei der Primarschule mit dem benachbarten Kernenried. Nun streckt sie auch in die Region Fraubrunnen ihre Fühler aus. «Wir wollen vorerst in beide Richtungen abklären», sagt Schär. Rund 40'000 Franken werde dies kosten. «Dann müssen wir uns für die eine oder andere Variante entscheiden.» Noch gehe es seiner Gemeinde gut, sagt Schär. «Aber es ist besser, wenn wir aus der Stärke heraus handeln.»

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