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Fürs Leben lernen

Mit elf Jahren marschierte ich in unseren Quartier-Coop und fragte nach einem Wochenplatz.

«Kannst gleich beginnen: Staple zuerst dort hinten die Kisten, dann Joghurts auffüllen und die Käsetheke putzen», war die knappe Antwort des Filialleiters. Die stinkenden Käsefinger haben mich zwar später von einer Karriere im Detailhandel abgehalten, aber ich hatte meinen ersten Job, mein erstes selbst verdientes Geld – und war mächtig stolz. Später putzte ich Schulhäuser, brutzelte Hamburger und Pommes frites und empfing Kunden in einem Fitnesscenter. Immer erhielt ich meine Aushilfsjobs formlos und unkompliziert. Diese Arbeiten haben nicht nur mein Sackgeld massiv aufgebessert, sondern mir auch viel fürs Leben gebracht: Höflichkeit, Sorgfalt oder Durchhalten lernte ich von der Pike auf. Heute sind solche Jobs rar. Viele sind wegrationalisiert oder werden von in Vollzeit angestellten Erwachsenen ausgeführt. Strengere Gesetze und Vorschriften verschrecken mögliche Anbieter. So sind Aushilfsarbeiten, Gelegenheitsjobs und Co. oft nur noch über persönliche Beziehungen zu finden. Viele Jugendliche würden gerne in ihrer Freizeit arbeiten. Sie könnten dabei wichtige Erfahrungen sammeln, in der Berufswahl und bei Bewerbungsgesprächen punkten. Liebe Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, gebt ihnen die Möglichkeit dazu!

Mail: markus.gerber@nmsbern.ch

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