Für einen Ortsbus fehlt das Geld

Münchenbuchsee

Das Bedürfnis nach einem Ortsbus in Münchenbuchsee ist da. Aber niemand will sich finanziell verpflichten.

Der Gemeinderat gibt einem Ortsbus kaum eine Chance.

Der Gemeinderat gibt einem Ortsbus kaum eine Chance.

(Bild: Andreas Blatter)

Münchenbuchsee ist durch den öffentlichen Verkehr (ÖV) im Prinzip gut erschlossen. Doch es gibt verschiedene Einrichtungen, die nicht angebunden sind. Dazu ­­gehören etwa das Altersheim ­­Domicil Weiermatt und das Sportzentrum Hirzenfeld. Diese könnten doch durch einen Ortsbus erschlossen werden, fand Parlamentarier Thomas Freudiger (SVP) und reichte im Grossen Gemeinderat ein Postulat ein. Dieser erklärte den Vorstoss im März 2018 für erheblich.

Nun liegt die Antwort des ­­Gemeinderats vor. Dieser gibt einem Ortsbus kaum eine Chance. Zu unterschiedlich seien die Bedürfnisse. Die Realisierbarkeit und insbesondere die Finanzierbarkeit eines solchen Angebots seien in Münchenbuchsee «momentan nicht gegeben», schreibt der Gemeinderat im Fazit.

Der Gemeinderat hat bei möglichen Partnern den Bedarf abgeklärt und deren Feedback in der Antwort zusammengefasst. Die Verantwortlichen des Domicils Weiermatt würden einen Ortsbus sehr begrüssen, zumal gerade ein Neubau eingeweiht worden sei. Gewünscht würde ein Viertel- oder ein Halbstundentakt, jeden Tag zwischen 7 und 17 Uhr. Eine finanzielle Beteiligung könne Domicil nicht anbieten, höchstens in Form von Werbung im oder am Ortsbus.

Standortschwäche für Sportzentrum Hirzenfeld

Ähnlich tönt es im Sportzentrum Hirzenfeld. Die fehlende Anbindung an den ÖV sei eine Standortschwäche, eine Haltestelle wäre interessant, insbesondere für Gruppen und Schulen. Ein regelmässiger Takt mit entsprechender «Merkbarkeit» während der Eis- und der Badesaison würde begrüsst. Aber: «Eine Kostenbeteiligung ist ausgeschlossen.»

Der Gemeinderat Münchenbuchsee hat auch bei den Kollegen in Deisswil, Wiggiswil und Diemerswil angeklopft. Aus Deisswil und Wiggiswil kam ein klares Njet. Der Bedarf wäre zu klein und die Kosten zu hoch, hiess es. Der Gemeinderat Diemerswil lehnte die Idee nicht von vornherein ab. Synergien könnten entstehen, wenn der Ortsbusfahrplan an die Schulzeiten angepasst würde. Aber auch der Diemerswiler Gemeinderat wies auf die Kosten hin.

Der Blick nach Lyss und Zurzach habe dem Gemeinderat gezeigt, dass ohne eine namhafte Kostenbeteiligung von Privaten oder Nachbar­­gemeinden ein Ortsbus nicht realisierbar sei, heisst es in der Antwort auf das Postulat. Das Parlament debattiert am 23. Mai darüber.

hus

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...