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Foto Dany wird liquidiert

Handys, Einkaufstourismus und hohe Mieten: Das Traditionsgeschäft Foto Dany am Berner Waisenhausplatz muss aufgeben.

Foto Dany in der Stadt Bern wird geschlossen.
Foto Dany in der Stadt Bern wird geschlossen.
PD

Am Mittwochnachmittag wies bei Foto Dany am Berner Waisenhausplatz nichts auf die unmittelbar bevorstehende Schliessung des Traditionsgeschäfts hin. Generationen von Bernerinnen und Bernern posierten hier für Passbilder oder Familienporträts, und für Kameras war Foto Dany ebenso eine Adresse wie für Beratung oder Fotokurse.

Doch vielleicht ist das Geschäft heute bereits geschlossen, vielleicht kommt der Konkursbeamte erst noch und vollzieht das Unvermeidliche. Fakt ist: Die Fotopro-Gruppe, zu der Foto Dany seit 1996 gehört, wird liquidiert. Am Dienstag wurde das Personal in den schweizweit acht Geschäften informiert, erste Läden wurden noch am gleichen Tag geschlossen. Dies berichtete das Fachportal Fotointern.ch am Mittwoch auf seiner Website.

Preisdruck nach Eurokrise

Fotopro habe am Montag Insolvenz angemeldet, bestätigt Verwaltungsratspräsident Dieter Erhardt. Als wichtigen Grund für die Schwierigkeiten, die vor gut fünf Jahren begonnen hätten, nennt er wenig überraschend die hohe Verbreitung von Smartphones, mit denen sich immer bessere Fotos machen lassen. «Diese Entwicklung führte dazu, dass wir erheblich weniger Kameras verkaufen als früher.»

2015 sei die Eurokrise hinzugekommen. «Damals mussten wir unsere Preise von einem Tag auf den anderen um 15 Prozent senken.» Den tieferen Margen standen unveränderte Personal- und Mietkosten gegenüber – sowie ein zunehmender Trend von Einkaufstourismus: Einheimische, die im Ausland einkaufen.

Erfolglose Verhandlungen

Als weiteren Grund erwähnt Erhardt die hohen Mieten an den Innenstadtlagen, die sich mit den rückläufigen Erlösen nicht mehr stemmen liessen. «Der Sanierungsplan, den wir vor einem Jahr aufstellten, sah deshalb Verhandlungen über tiefere Mietzinsen vor. Leider waren wir damit bei keinem einzigen Vermieter erfolgreich.»

An diesem Punkt seien auch Gespräche mit potenziellen Investoren oder Käufern gescheitert, weil diese ebenfalls sahen, dass sich mit den bestehenden, oft langfristigen Mietverträgen die einzelnen Geschäfte nicht rentabel betreiben liessen.

Vor diesem Hintergrund blieb die Liquidation als einzige Lösung, erläutert Erhardt. Das Personal habe sich bis zum letzten Tag und trotz des zunehmend ausgedünnten Sortiments loyal für das Unternehmen eingesetzt.

Fotopro wolle nun versuchen, für alle Angestellten «die bestmögliche Lösung» zu suchen – etwa, sie bei befreundeten Geschäften zu platzieren. In Bern käme dafür nur noch Foto Zumstein infrage, der am Casinoplatz als letzter Fotofachhändler verbleibt. Für ein Fachgeschäft werde es auch in Zukunft Platz haben, ist Erhardt überzeugt. Sein eigenes hat keinen Platz mehr.

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