Fassnachts Pyro-Aussetzer und Fangewalt in der Aarbergergasse

Bern

Wüste Szenen in der Berner Innenstadt: Randalierer wurden gewalttätig. Und Spieler Christian Fassnacht brannte eine Fackel ab.

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YB-Spieler Christian Fassnacht liess sich am Samstagabend von der Euphorie mitreissen. Und überschritt eine Grenze. Einige YB-Spieler begaben sich etwa um Mitternacht in die Aarbergergasse, wo der harte Kern der YB-Fans den zweiten Meistertitel in Serie feierte. Dann hielt Fassnacht plötzlich eine Pyro-Fackel in der Hand.

Späte Reue

Am Sonntag entschuldigte sich Fassnacht für sein Verhalten. «Es tut mir aufrichtig leid, dass mir in der grenzenlosen Euphorie diese Dummheit unterlaufen ist. Ich möchte mich dafür in aller Form entschuldigen», lässt er sich in einer Mitteilung der Young Boys zitieren.

Der YB-Spieler muss mit Konsequenzen auf zwei Ebenen rechnen. Zum einen hat der Club in Aussicht gestellt, dass er mit einer «massiven Busse» sanktioniert werde. Das heisst, dass Fassnacht mit einem einmaligen Lohnabzug rechnen muss. Doch damit ist die Sache für den YB-Spieler nicht ausgestanden.

Es ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen ihn eröffnen wird. Worauf dies hinauslaufen könnte, zeigt der Fall von zwei Spielern des FC Zürich, die an der Cupsiegerfeier im vergangenen Jahr ebenfalls Pyro-Fackeln in der Hand hielten. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat gegen sie bedingte Geldstrafen verhängt, wie die «NZZ am Sonntag» gestern berichtete.

Sieben Polizisten verletzt

Die 200 bis 300 Personen umfassende Gruppe aus dem Umfeld der Reitschule wollte offenbar ungestört ihre Fackeln abbrennen, was sie auch tat. In einer ersten Phase entschied sich die Polizei, mit «Blick auf die Verhältnismässigkeit und die zahlreichen Unbeteiligten nicht einzuschreiten».

Kurz vor Mitternacht erhielt die Kantonspolizei indes vom Sicherheitsdienst eines Lokals an der Aarbergergasse eine Meldung, wonach es zu einer Auseinandersetzung gekommen sei, wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt.

Zudem sei ein vor Ort manuell ausgelöster Überfallalarm eingegangen, welcher sich erst zu einem späteren Zeitpunkt als Fehlalarm herausstellte. Die beiden ausgerückten Polizisten wurden dabei von mehreren «vermummten Personen massiv angegriffen».

Zwei Personen angehalten

Auch eine zweite eingetroffene Patrouille wurde umgehend mit Flaschen, Stühlen, Stangen und Körpergewalt angegriffen. Anschliessend bot das Kommando weitere Einsatzkräfte auf, welche die Verletzten in Sicherheit brachten und die Angreifer zurückdrängten. Dabei setzten sie Pfefferspray und Einsatzstöcke ein.

Bei der Aktion wurden sechs Polizisten und eine Polizistin verletzt. Ein Mann und ein Jugendlicher wurden beim Einsatz angehalten. Sie wurden auf die Polizeiwache gebracht und werden verzeigt. In ihrer Mitteilung verurteilen die Young Boys die Attacke auf die Polizei «aufs Schärfste».

Weiter schreibt der Club, er habe mit «grosser Enttäuschung und mit Wut von den Angriffen einiger Chaoten, die sich ‹Fans› nennen, aber mit den Werten von YB gar nichts zu tun haben, Kenntnis genommen». YB distanziere sich in aller Form von Gewalt und hoffe, dass die Täterschaft zur Rechenschaft gezogen werden könne.

BZ-Journalist festgehalten

Laut Augenzeugen hatte die aggressiv auftretende Fangruppe in der Aarbergergasse das Ziel, ungestört von der Polizei Pyro-Fackeln zu zünden. Dabei versuchten sie zudem mit Drohungen zu verhindern, dass Medienvertreter das Geschehen verfolgen und fotografieren konnten. Drei Vermummte drängten dabei auch einen BZ-Mitarbeiter in eine Seitengasse und hielten ihn während einer halben Stunde zurück.

In der Aarbergergasse wurden extrem viele Pyros gezündet. Dort wurden auch die Polizisten angefriffen:

red

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