Falschparkierer auf der «Schütz»

Bern

Die öffentlichen Parkplätze auf der Berner Schützenmatte wurden aufgehoben. Trotz Fahr- und Parkverbotstafeln ist das noch nicht bei allen Automobilisten angekommen.

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Martin Bürki@tinubuerki27

Ein schwarzer Audi biegt von der Schützenmattstrasse auf den Vorplatz der Reithalle ein. Dann stellt der Fahrer seinen Wagen an den Schatten unter den Bäumen – auf eines der ehemaligen Parkfelder, von dessen Markierungen nur noch graue Überreste sichtbar sind. Sie wurden letzten Montag weggeschliffen. Seither gilt auf der Schützenmatte ein Parkverbot. Eigentlich.

Denn: Rund ein Dutzend Fahrzeuge stehen am Montagmittag auf den an sich aufgehobenen Parkfeldern. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch schon am Freitagabend. Von Parkscheinautomaten fehlt jede Spur. Die Absperrgitter, die von der Nebrückstrasse her nur noch eine schmale Zufahrt ermöglichen, finden kaum Beachtung. Die Fahr- und Parkverbotstafeln noch weniger.

Im Abstand weniger Minuten biegen Fahrzeuge auf die Schützenmatte ein. Einige scheinen die Veränderung zu bemerken; sie überqueren den Platz und biegen wieder auf die Strasse ein. Andere stellen ihr Auto ab und spazieren Richtung Innenstadt.

Strafe trotz Unwissenheit

Bussenzettel klemmen weder am Montagmittag noch am Freitagabend unter den Scheibenwischern. «Dort, wo ein Park- oder Halteverbot signalisiert ist, müssen Lenkende, die ihr Fahrzeug abstellen, mit einer Busse rechnen», sagt jedoch Dino Dal Farra, Sprecher bei der Kantonspolizei Bern.

«Natürlich finden Kontrollen nicht nur an einem bestimmten Ort, sondern auf dem ganzen Stadtgebiet statt.» Ob und wie häufig die Kantonspolizei auf der Schützenmatte seit der Aufhebung der Parkplätze Bussen ausgestellt hat, kann Dal Farra nicht sagen – weil die Statistik nicht nach einzelnen Standorten aufgeschlüsselt ist.

Vonseiten der Stadt Bern heisst es, dass in den nächsten Tagen keine zusätzlichen Massnahmen geplant sind, bis die Aufbauten für das Festival «No borders – no nations» beginnen. Walter Langenegger, Leiter des städtischen Informationsdienstes, führt aus: «Die Signalisation lässt keine Zweifel offen, dass ein Verbot missachtet, wer hineinfährt. Es braucht allerdings eine gewisse Zeit, bis die neue Signalisation ihre Wirkung voll entfaltet.»

Autofreie «Schütz» für das Volk

Seit dem 16. Juli ist die Schützenmatte nicht mehr vorwiegend ein Parkplatz. Insgesamt wurden 142 Parkfelder entfernt. Der Platz soll neu gestaltet werden und künftig der Bevölkerung zur Verfügung stehen. So findet dort von August bis September das Neustadt-Lab statt: Bars, Konzerte, Workshops und andere Anlässe sollen Bernerinnen und Berner auf die «Schütz» locken.

Danach folgt eine dreijährige Zwischennutzung: Zu zwei Dritteln wird der Platz für kulturelle Zwecke und temporäre Projekte genutzt. Auf dem Restareal dürfen weiterhin Fahrzeuge geparkt werden – aber von Handwerkern und Marktleuten. Für Reisecars stehen sechs Parkplätze zur Verfügung, für Taxis zwei.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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