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Er renovierte das Schloss

Mit einer neuen Sonderausstellung erinnert das ­Museum Schloss Laupen an die Jahre zwischen 1983 und 1989. In dieser Zeit leitete der Architekt Fritz Tanner die Schloss­sanierung.

Architekt Fritz Tanner im Burgfried des Schlosses, dessen Sanierung er über Jahre geleitet hat.
Architekt Fritz Tanner im Burgfried des Schlosses, dessen Sanierung er über Jahre geleitet hat.
Beat Mathys
Vorher: Blick in den maroden Hof. Mitte: Fenster der Zellen.
Vorher: Blick in den maroden Hof. Mitte: Fenster der Zellen.
PD
Nachher: Ein neuer Aufgang zum Rittersaal wurde gebaut.
Nachher: Ein neuer Aufgang zum Rittersaal wurde gebaut.
Beat Mathys
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Der Architekt Fritz Tanner hat elf Jahre lang an der Sanierung des Schlosses Laupen gearbeitet, von der Planung 1977 bis zum Abschluss der Arbeiten 1989. «Wir haben fünf Jahre lang geplant, ­danach sechs Jahre gebaut», erinnert sich Tanner, dessen damaliges Wirken mit einer Fotoausstellung über die Sanierung geehrt wird.

Tanner sitzt im Hof des Schlosses, zusammen mit Silla Kamber vom Museum. Rundum fügen sich der im 14. Jahrhundert erstellte Palas und der Neubau harmonisch ineinander.

Die Schlosssanierung war eines der grossen Projekte, die der in Laupen wohnhafte Architekt an die Hand genommen hat. «Pläne gab es keine, wir haben ­alles Bestehende akribisch auf­genommen und neue Pläne an­gefertigt», sagt Tanner, der jetzt pensioniert ist.

Nebst der Schlosssanierung zeichnet er verantwortlich für die Renovation des Laupner Gemeindehauses, der Schlossapotheke, des Cafés am Kreuzplatz, des Freienhofs und der Alten Kaplanei, in der er selber wohnt.

Schloss als Baustelle

Im Zusammenhang mit der ersten Sonderausstellung des Museums Schloss Laupen wird der Architekt aber noch einmal im Fokus der Öffentlichkeit stehen, jährt sich doch die Sanierung des Schlosses zum 30. Mal. Die Ausstellung «Werkplatz Schlosssanierung» erinnert mit einer Fotoausstellung an die lange Zeit, in der das Schloss nur noch eine Baustelle war.

«Wir haben ab 1977 fünf Jahre lang geplant, dann sechs Jahre lang gebaut.»

Architekt Fritz Tanner

Elf Tafeln hängen in einem der Museumsräume. Sie zeigen mit alten Fotografien und kurzen Texten, welche Arbeiten ausgeführt wurden und mit welchen Schwierigkeiten damals gekämpft wurde. Wo immer möglich wurde der alte Zustand wiederhergestellt. Aber weil das Schloss als Verwaltungssitz genutzt wurde, waren Verbesserungen nötig.

Die Kosten von 9,5 Millionen Franken, welche die Sanierung von Fels und Hochbauten verursachte, waren im Vergleich zu den heutigen Ansätzen verhältnismässig tief.

Herzstück Rittersaal

«Vor der Sanierung war das Schloss wirklich marode. 1835 hätte es sogar abgerissen werden sollen», sagt Silla Kamber und führt durch die Ausstellung. Die ehemalige Lehrerin wohnt seit mehr als fünfzig Jahren in Laupen und erinnert sich noch gut an die Baustelle.

Eine Tafel zeigt Bilder der technisch anspruchsvollen Felssanierung: Der Sandsteinfelsen, auf dem das Schloss steht, wurde nach neuesten Techniken gesichert, mithilfe von Betonriegeln und Felsankern. Danach entstand der Südrundgang, bei dem Schwindelfreie in die Tiefe Richtung Sense blicken können.

Das war im 14. Jahrhundert, als das Schloss gebaut wurde, äusserst wichtig: Allfällige Feinde konnten von oben rechtzeitig erspäht werden.

Das Herzstück der Sanierung war der Rittersaal, in den nachträglich Gefängniszellen und tonnenförmige Archivräume eingebaut worden waren. «Man hat alles herausgerissen und drei Monate nur Schutt herausgeräumt», erklärt Architekt Tanner. Drei Jahre brauchte es, den Saal zu rekonstruieren, was schwierig und aufwendig gewesen sei. Pläne gab es ja keine. Heute ist der Saal das Prunkstück des Schlosses. Alle Fenster der Gefängniseinbauten wurden zugemauert und sind von aussen noch sichtbar.

Alt und Neu kombiniert

Obschon die Schlosssanierung nun auch schon drei Jahrzehnte her ist, sieht alles noch perfekt aus, eine gefällige Kombination von Alt und Neu. Das bestätigt Fritz Tanner: «Diese Kombination gefällt.» Die mit der Sanierung einhergehende Modernisierung habe damals allerdings nicht allen gefallen.

Die Verwaltung ist seit der ­bernischen Bezirksreform nicht mehr im Schloss. Die Gefängniszellen wurden zu Übernachtungsgelegenheiten umfunktioniert. Die anderen Räumlichkeiten und eine Wohnung sind vermietet. Und da ist auch das Museum, wo ab Samstag Foto­grafien der Schlosssanierung zu sehen sind.

Museum Schloss Laupen. Fotoausstellung «Werkplatz Schlosssanierung». Sa, 1. September, 11 Uhr. Um 12 Uhr: Vortrag des Architekten Fritz Tanner. 14 Uhr: Vortrag von Jürg Schweizer, damaliger Kantonaler Denkmalpfleger. Führungen auf Anfrage: Telefon 031 740 10 60. Im Rittersaal sorgt der Fischereiverein Saane-Sense für Verpflegung.

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