Entscheid zu Verwaltungsgebäude vertagt

Münsingen

Das Münsinger Parlament befasst sich erst nächstes Jahr mit der zentralen Verwaltung.

Heute ist die Verwaltung auf vier Standorte verteilt. Zu schaffen machen der Gemeinde mal hoher Mietzins, mal die Haustechnik, mal die Arbeitsbedingungen, mal die Betriebskosten.

Heute ist die Verwaltung auf vier Standorte verteilt. Zu schaffen machen der Gemeinde mal hoher Mietzins, mal die Haustechnik, mal die Arbeitsbedingungen, mal die Betriebskosten.

(Bild: Screenshot/Google)

Johannes Reichen

Das Münsinger Parlament hätte am Dienstag eigentlich einen wichtigen Entscheid fällen sollen. Es ging um den Standort für ein neues Verwaltungsgebäude – ein Klassiker in der Aaretaler Gemeinde. Doch so weit kam es nicht, eben weil das Geschäft von enormer Bedeutung ist. Zu viele Fragen sind noch offen, zu unklar war die Ausgangslage für das Parlament offenbar.

Deshalb schlug der Gemeinderat am Dienstag gleich selbst vor, das Traktandum zu verschieben. Das Parlament folgte diesem Antrag klar und mochte nicht einmal mehr über die Sache diskutieren. Es befasst sich somit erst am 21. Januar 2020 mit der zentralen Verwaltung.

Der Gemeinderat hatte in den letzten Monaten sechs mögliche Standorte für einen Verwaltungsneubau geprüft. Dabei kristallisierte sich der bisherige Standort der Gemeindeverwaltung an der Neuen Bahnhofstrasse 4 und 6 als Favorit heraus. Der Rat will dem Parlament aber die Wahl überlassen, dieses hätte am Dienstag entscheiden sollen. «Doch es ging etwas schnell», sagte Gemeindepräsident Beat Moser (Grüne).

So sei der Termin zur Informationsveranstaltung vom 20. August wegen eines internen Fehlers nicht frühzeitig kommuniziert worden. Zahlreiche Parlamentarierinnen und Parlamentarier hätten deshalb nicht daran teilnehmen können. Und von jenen Personen, die da waren, hätten sich einige mehr Zeit für eine Diskussion mit der Parteibasis gewünscht. Deshalb die beantragte Verschiebung.

Offene Fragen

Damit kam der Gemeinderat auch einem Rückweisungsantrag der Mitte-Fraktion zuvor, über den dann gar nicht erst abgestimmt wurde. Darin wird Kritik am Vorgehen geäussert. So fehle beispielsweise eine Analyse über die beiden letzten Abstimmungen, bei denen das Stimmvolk ein Verwaltungsgebäude jeweils abschmetterte. Es fehlten die Angaben über den Sanierungsbedarf in den bestehenden Liegenschaften bei einem allfälligen Nein zu einem Neubau. Es fehlten «nachvollziehbare Zahlen», die einen Neubau rechtfertigten. Kurz, das Geschäft sei nicht «entscheidreif».

Dieser Meinung ist nun auch der Gemeinderat. Die Fragen, welche die Mitteparteien im Papier aufwerfen, will er in der Zwischenzeit beantworten und am 22. Oktober einen Anlass organisieren, von dem auch sicher alle Parlamentarier rechtzeitig Kenntnis haben.

Überall Mängel

Es wurde am Dienstag deutlich: Nach den beiden abgelehnten Projekten 2008 und 2012 hat die Münsinger Politik keine Lust auf eine dritte Niederlage an der Urne. Dieses Mal muss es klappen. Denn aus Sicht des Gemeinderats ist unbestritten, dass Handlungsbedarf besteht.

Heute ist die Verwaltung auf vier Standorte verteilt. Mal sei es ein hoher Mietzins, mal eine schlechte Haustechnik, mal seien es schlechte Arbeitsbedingungen, mal hohe Betriebskosten, die der Gemeinde zu schaffen machen. «Wir wollen für unsere Kunden eine gute Lösung», sagte Gemeindepräsident Moser. Man müsse ihnen Diskretion, behindertengerechte Infrastruktur und hohe Dienstleistungsqualität bieten.

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