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Eltern fordern einen sicheren Schulweg

Entlang der Kantonsstrasse in Murten Richtung Salvenach ist die Sicherheit für Fussgänger und ­Velofahrer nicht gewährleistet. Nun wehren sich dieAnwohner.

Vor allem für Schulkinder?ist die Kantonsstrasse in Murten Richtung Salvenach sehr gefährlich.
Vor allem für Schulkinder?ist die Kantonsstrasse in Murten Richtung Salvenach sehr gefährlich.
Aldo Ellena

«Meine Kinder sind hier weniger sicher unterwegs als meine Nichte und mein Neffe in Zürich», sagt Simone Stocker. Die Familie Stocker besitzt ein Haus an der Nebenstrasse Adera in Murten.

Mit ihrer Meinung ist Stocker nicht allein: Zum Termin mit den «Freiburger Nachrichten» von gestern kurz vor acht Uhr morgens erschienen ein halbes Dutzend weitere Mütter, Väter und Anwohner des Wohnquartiers beidseitig der Leimera. Sie alle fordern Sicherheitsmassnahmen für Fussgänger und Velofahrer.

Der Kanton zählt den Verkehr auf ungefähr 8500 Fahrzeuge pro Tag insgesamt in beide Richtungen. In der Region weist gemäss der Statistik des Kantons einzig die Achse zwischen Galmiz und Sugiez ein höheres Verkehrsaufkommen auf. Dort sind es durchschnittlich 10'000 Fahrzeuge pro Tag.

Der Augenschein vor Ort zeigt: Schätzungsweise jedes fünfte Fahrzeug ist ein Lastwagen. Das verwundert nicht: Die Leimera befindet sich auf der Hauptverkehrsachse zwischen Düdingen und Murten. Das behelfsmässige Trottoir ist kaum einen Meter breit. Zurzeit fehlt der Fussgängerstreifen, weil der Belag neu ist.

Das Schlimmste seien jedoch die Überholmanöver: «Es ist immer dasselbe», sagt Manuela ­Gumy, Mutter von drei Kindern, «ein Auto wartet wegen des Schulbusses und der Kinder, und ein Fahrzeug dahinter kann nicht warten, sieht die Kinder nicht und überholt.» Das sei brandgefährlich. «Schon eine ausgezogene Mittellinie würde helfen», sind die Mütter überzeugt, «damit die Autos hier nicht über­holen dürfen», sagt Stocker.

«Der Murtner Gemeinderat hat die Brisanz an der Leimera vor Jahren erkannt», sagt Gemeinderätin Ursula Schneider Schüttel dazu. Die Situation zu verbessern, das habe der Gemeinderat bereits 2007 vorangetrieben. «Denn es mangelt an geeigneten Fussgänger- und Fahrradflächen.» Zudem fehle eine Mittelinsel beim Fussgängerstreifen.

Deshalb habe der Gemeinderat auch einen Planungskredit für Verkehrsmassnahmen in Höhe von 100'000 Franken beantragt. Der Generalrat lehnte diesen an der Budgetsitzung vom Februar auf Antrag der FDP jedoch ab. Dies führte zu Diskussionen unter den Parteien.

Es sei aber keineswegs so, dass die FDP verkehrsberuhigende Massnahmen auf der Leimera als unnötig betrachtet. «Die FDP unterstützt Verkehrsberuhigungen auf der Leimera», hält Urs Kramer, FDP-Fraktionspräsident, fest.

Der Grund für das Nein liege anderswo: Im Kreditantrag waren Massnahmen in anderen Quartieren enthalten, die der Generalrat zuvor schon einmal explizit abgelehnt habe, so zum Beispiel eine Tempo-30-Zone im Quartier Long Vernez. «Zudem befand die FDP an der Generalratssitzung, dass das Konzept ­unklar und unvollständig ist.» 24 Stimmen im Generalrat folgten dem Antrag der FDP, 16 stimmten dem Kredit zu.

Unklar, wie weiter

«Wir wollten den Kredit für die Leimera», entgegnet Schneider Schüttel. Die Tempo-30-Zonen seien im Verkehrsrichtplan bereits enthalten, und die Planung sei nicht Sache des Generalrats. «Das Konzept dafür ist bereits in Bearbeitung.» Wie es nun weitergeht, kann Schneider Schüttel noch nicht genau sagen, «aber wir werden denselben Kreditantrag wohl nochmals stellen, um auf der Leimera Verbesserungen realisieren zu können». Die nächste Generalratssitzung findet am 5. Oktober statt.

FN/emu

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