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Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk im Doppelpack

Luina und Liara kamen sieben Wochen zu früh auf die Welt. Wie ihre Eltern hinter der Tür zur Frühgeburtenstation im Inselspital einen ersten Familienalltag fanden.

Sibylle Hartmann
Die Zwillinge sind nach ihrer Frühgeburt mittlerweile stabil. Just am 24. Dezember dürfen Matthias und Nina Hügi Liara (r.) nach Hause nehmen. Luina kann voraussichtlich am zweiten Weihnachtstag heim.
Die Zwillinge sind nach ihrer Frühgeburt mittlerweile stabil. Just am 24. Dezember dürfen Matthias und Nina Hügi Liara (r.) nach Hause nehmen. Luina kann voraussichtlich am zweiten Weihnachtstag heim.
Christian Pfander

«Familie ist da, wo das Leben beginnt.» Zwischen all den Schläuchen, Sauerstoffgeräten und Monitoren, die regelmässige Linien auf den schwarzen Hintergrund zeichnen, geht das Schild mit dem Spruch beinahe unter. Zumal die beiden zarten Wesen, die quer im Bettchen darunter selig schlummern, die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Für die Eltern von Luina und Liara waren diese Worte in den letzten Wochen jedoch das Lebensmotto, an das sie sich hielten. Der Anker, an den sie sich klammerten, wenn die Linien auf dem Monitor nicht mehr regelmässig ausschlugen. Wenn eines der Mädchen blau anlief und zu atmen aufhörte.

Denn für die Hügis begann das Leben als Familie früher als erwartet. Viel früher. In der 32. Woche mussten die Zwillinge notfallmässig per Kaiserschnitt geholt werden. Mutter Nina litt an einer schweren Schwangerschaftsvergiftung. Ein Phänomen, das in der Spätschwangerschaft plötzlich auftreten und bei einem schweren Verlauf das Leben von Mutter und Kind in akute Gefahr bringen kann.

Drei Abteilungen für Neonatologie

«Dass wir um unsere Mädchen hätten bangen müssen, war uns nie bewusst», erzählt die frischgebackene Mutter. Auch wenn die Mädchen gerade mal 1780 respektive 1850 Gramm wogen und direkt nach der Geburt auf die Intensivstation für Frühgeboren in der Frauenklinik des Insel­spitals verlegt werden mussten.

Hier werden Kinder behandelt, die nach 24 Wochen, also bereits im sechsten Monat, geboren werden. Es ist die einzige Station im Kanton Bern mit dieser Spezifikation. In der Kinderklinik des Inselspitals gibt es zwei weitere Abteilungen für Neonatologie, wohin Frühgeborene verlegt werden, die bereits in einem etwas stabileren Zustand sind.

Insgesamt waren die Zwillinge fünf Wochen auf zwei der drei Abteilungen für Frühgeborene im Inselspital.
Insgesamt waren die Zwillinge fünf Wochen auf zwei der drei Abteilungen für Frühgeborene im Inselspital.

«Wir haben das Thema Neonatologie ausgeblendet», sagt Zwillingsvater Matthias Hügi, obwohl Mehrlinge 15 Prozent aller Frühgeburten ausmachen und auf der Neonatologie behandelt werden müssen. Und plötzlich begann das Leben der Familie Hügi genau dort, fernab vom liebevoll eingerichteten Kinderzimmer in Aarwangen.

Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung

«Am Anfang fühlten wir uns hilflos, weil wir unsere eigenen Kinder in andere Hände geben mussten.» Die Kompetenz und die Ehrlichkeit des Pflegepersonals hätten ihnen aber Sicherheit gegeben, erzählen die Zwillingseltern.

So gewöhnten sich Nina und Matthias Hügi schnell an die ganzen Schläuche und lernten, die Linie auf dem Monitor richtig einzuschätzen und wie zu reagieren, wenn der Atem aussetzt. Die Eltern durften von Anfang an so viel wie möglich von der Pflege ihrer Kinder übernehmen. So steht die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung im Zentrum auf der Neonatologie im Inselspital.

Vater Matthias Hügi geniesst den Moment mit seiner Tochter Liara.
Vater Matthias Hügi geniesst den Moment mit seiner Tochter Liara.

Nach einer Wochen konnte Luina bereits auf die Neonatologie in der Kinderklinik verlegt werden, weil sie nicht mehr auf Intensivpflege angewiesen war. Drei Tage später folgte ihr Liara. Nach weiteren sechs Wochen konnten die Mädchen im gleichen Zeitabstand auf die normale Säuglingsabteilung in der Kinderklinik wechseln.

Nun folgt der nächste Schritt. Nina und Matthias Hügi hatten immer gescherzt, dass sie ihre Mädchen vielleicht genau an Weihnachten nach Hause nehmen dürfen. Und tatsächlich. Liara darf just an Heiligabend heim und am zweiten Weihnachtstag voraussichtlich auch Luina.

Was sich hinter dieser Tür im Berner Inselspital verbirgt, erfahren Sie im letzten Bericht unserer Serie: Die Adventstür vom 24. Dezember.
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Christian Pfander
Was verbirgt sich hinter dieser schwarzen Türe in der Reitschule in Bern? Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 22. Dezember.
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Was haben Steuerverwaltung und Archäologischer Dienst gemeinsam – ausser dass sie sich den Personaleingang teilen? Hier gehts zur Adventstüre vom 21. Dezember.
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Nicole Philipp
Der Hintereingang des Stadttheaters führt in den dreistöckigen Backstage-Bereich. Dahinter herrscht vor einer Aufführung emsiges Treiben. Hier gehts zur Adventstüre vom 20. Dezember.
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Hinter der Türe des Autobahnwerkhofs herrscht Hochbetrieb, wenn es draussen eiskalt ist. Hier gehts zur Adventstüre vom 19. Dezember.
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Raphael Moser
Hinter der Metalltüre neben den Papageientauchern befindet sich die Tierarztpraxis des Tierparks Bern. Hier gehts zur Adventstüre vom 18. Dezember.
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Raphael Moser
Hinter dieser versprayten Holztür verbirgt sich das innere des Berner Blutturms. Der Name des Turms verheisst Gefährliches. Jonas Schütz der Turmmeister klärt auf. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 17. Dezember..
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Raphael Moser
Hinter einem grossen gelben Tor am Berner Bollwerk verbirgt sich der nicht öffentliche Bereich des Hauptbahnhofs. Was sich hinter den Kulissen des Verkehrsknotenpunkts abspielt. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 16. Dezember..
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Hinter diesem Gittertor erklärt der Klärwerkmeister Hans Stucki wie die ARA Langnau funktioniert. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 15. Dezember..
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Beat Mathys
Hinter diesem Tor, wie man es auch in anderen Industriebetrieben und bei Autogaragen antrifft, wird nicht etwa mit grobem Stahl oder Öl gearbeitet. Was die Roviva Roth & Cie dahinter produziert, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 14. Dezember.
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Beat Mathys
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Diese Tür ohne Falle macht es deutlich: Eintreten für unbefugte nicht erwünscht. Wer dahinter sitzt und das sie dort tut, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 12. Dezember.
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Adrian Moser
In der Rechtsmedizin werden jährlich rund 280 Leichen untersucht. Und meist lüftet sich hinter dieser Tür auch das letzte Geheimnis... Hier gehts zur Adventstüre vom 11. Dezember.
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Raphael Moser
Die Liquid Biobank des Inselspitals ist ein Archiv für Gewebe und Blutproben. Was sich hinter der blauen Türe verbirgt, lesen Sie hier: Adventstüre vom 10. Dezember.
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Hinter dieser Tür in Ostermundigen backen fleissige Hände Weihnachtsleckereien. Wie die Bären auf die Lebkuchen kommen, lesen Sie hier: Adventstüre vom 9. Dezember.
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Sibylle Hartmann
In Löwenberg bei Murten findet man im Wald den Eingang zu einem alten Infanteriebunker. Was sich darin befindet, lesen Sie hier: Adventstüre vom 8. Dezember
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Raphael Moser
Mitten in der Stadt Bern verbirgt sich ein mehrere Hundert Meter langer Stollen. Welch beeindruckendes Bijou sich hinter der Tür befindet, lesen Sie hier: Adventstüre vom 7. Dezember.
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Beat Mathys
Der Samichlous und der Schmutzli haben uns in ihrem Waldhaus im Inselwald bei Niederwangen empfangen. Wie im Innern des Häuschens aussieht, lesen Sie hier: Adventstüre vom 6. Dezember.
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Beat Mathys
Hinter dieser Tür im Bremgartenwald befindet sich das Camp dreier Waldmenschen. Wieso auf die Annehmlichkeiten eines Stadtlebens verzichten und in den Wald ziehen? Dazu erfahren Sie mehr hier: Adventstüre vom 5. Dezember.
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Raphael Moser
Diese Tür befindet sich in der Gärtnerei Ellenberger und Fuhrimann in der Berner Altstadt. Dahinter reiht sich Blumenbeet an Blumenbeet – fünfzig Meter den Hang hinab, wie Sie hier lesen können: Adventstüre vom 4. Dezember.
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Beat Mathys
Hinter dieser Tür in Port bei Biel liegt das Reich von Claudia Schuler. Sie arbeitet hier als Schleusenwärterin. Wie es in ihrem Kabäuschen aussieht, und warum sie im Winter wenig zu tun hat, lesen Sie hier: Adventstüre vom 3. Dezember.
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Beat Mathys
Kurz vor 5 Uhr hebt sich das erste Tor des Tramdepots Bolligenstrasse in Bern. Wer hat den Schlüssel? Lesen Sie es hier: Adventstüre vom 2. Dezember
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Sibylle Hartmann
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