«Ein starkes Bekenntnis zum Inselspital»

Bern

Fast 87 Prozent der Wähler haben sich gestern für die neue Überbauungsordnung des Insel-Areals ausgesprochen – sehr zur Freude der Verantwortlichen.

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Das Ja hätte kaum deutlicher ausfallen können: Mit 27201 Ja- zu 4207 Nein-Stimmen wurde die Überbauungsordnung des Insel-Areals angenommen. Damit kann das Gebiet um das Insel-Spital in den nächsten Jahren Schritt für Schritt erneuert werden. Der Masterplan, welcher der Überbauungsordnung zugrunde liegt, stellt die bauliche Entwicklung des Insel-Areals bis ins Jahr 2060 sicher.

«Die Bernerinnen und Berner haben ein starkes Bekenntnis zum Inselspital und zum Medizinalstandort Bern abgegeben», kommentiert Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) das deutliche Resultat. Damit könne die Insel künftig funktionaler, im Zentrum dichter und übersichtlicher werden.

Erfreut zeigen sich auch die Insel-Verantwortlichen: «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen», sagt Holger Baumann, Geschäftsleiter Inselspital und Spital Netz Bern. «Fast 87 Prozent Ja-Stimmen sind ein starkes Votum.» Besonders gefreut habe ihn, dass die Zustimmung in den Stadtkreisen, die in unmittelbarer Nähe zur Insel liegen, überdurchschnittlich hoch ausgefallen sei – trotz des Baustellen-, Verkehrs- und Hubschrauberlärms.

Qualitativ weiterwachsen

Die neue, flexiblere Überbauungsordnung erlaube es dem Inselspital, auf neue Entwicklungen in der Medizin angemessen zu reagieren, sagt Holger Baumann. «Die Ambulantisierung schreitet voran.» Im Inselspital würden bereits heute pro Jahr rund 300'000 ambulante Patienten behandelt, Tendenz steigend. Nur noch 40'000 Patienten verbrächten mindestens eine Nacht in einem Spitalbett. «Dieses Spitalbett muss aber nicht zwingend im Unispital stehen», sagt Baumann. Die Behandlung von leichteren Erkrankungen sei in den Stadtspitälern ebenso gut möglich – und billiger.

Herzzentrum statt Hochhaus

Der geplante Abbruch des markanten Bettenhochhauses ist Sinnbild für die angestrebte räumliche Trennung von Alltags- und Spitzenmedizin. An seiner Stelle wird ein neues Herz- und Gefässzentrum entstehen. Es soll im Jahr 2020 in Betrieb genommen werden. Bereits in diesem Jahr ab dem Fahrplanwechsel wird die Buslinie 11 das Insel-Areal direkt erschliessen; Fuss-, Velo- und Autoverkehr werden getrennt. 2017 soll zudem die Sanierung der Kinderklinik abgeschlossen und im ersten Quartal 2018 ein Organzentrum in Betrieb genommen werden.

Das Resultat: Ja 27201 Stimmen (86,6 Prozent); Nein 4207 Stimmen (13,4 Prozent); Stimmbeteiligung: 40,2 Prozent

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