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Kein Saal auf dem Bärenareal

Die Gemeinde Ostermundigen hatte grosse Hoffnungen in einen neuen Gemeindesaal beim geplanten Hochhaus gesetzt. Nun muss sie das Projekt abbrechen – eine Beschwerde hat den Planungsprozess zu lange verzögert.

Zukunftsvision: So soll das Ostermundiger Bärenzentrum mit dem Hochhaus dereinst aussehen. Auf einen Gemeindesaal in dem Bauwerk müssen die Ostermundiger nun verzichten.
Zukunftsvision: So soll das Ostermundiger Bärenzentrum mit dem Hochhaus dereinst aussehen. Auf einen Gemeindesaal in dem Bauwerk müssen die Ostermundiger nun verzichten.
Visualisierung zvg

Aus und vorbei ist der Traum eines modernen und grosszügigen Gemeindesaals im geplanten Bärenhochhaus. Ostermundigen muss das Projekt Bärensaal endgültig begraben. Grund für dieses abrupte Ende ist die einzelne ­Beschwerde einer Privatperson beim Regierungsstatthalter Christoph Lerch, die vor einigen Monaten eingegangen ist. Dabei wurde der einmalige Kredit über 700 000 für die Einrichtung und der jährliche Mietzins für den Raum von 195 000 Franken bemängelt.

Diese Beträge hätten laut dem Beschwerdeführer vom Volk genehmigt werden sollen. Lerch sah das anders und wies die Beschwerde ab. Trotzdem wird der Bärensaal nicht im neuen Hochhaus integriert werden.

Vollgas am Planen

«Es ist schade, dass die Einsprache einer Person den ganzen Prozess dermassen verlangsamen kann», sagt Giancarlo Perotto, Projektleiter der Halter AG, die für die Realisierung des Hochhauses verantwortlich ist.

Da die Dauer und der Ausgang des Beschwerdeverfahrens unklar waren, musste die Halter AG die Planung des Bärenareals ohne den Gemeindesaal weiterverfolgen. «Wir mussten Varianten ohne Bärensaal ins Auge fassen und sind schon lange Vollgas am Planen», erklärt Perotto. Ein halbes Jahr hätte die Bauherrin verloren, wenn sie auf den Entscheid für den Saal gewartet hätte. «Das gesamte Projekt vorübergehend zu stoppen, konnte sich der Projektentwickler aus terminlichen Gründen nicht leisten», schreibt die Gemeinde Ostermundigen.

Die Planung für ein Hochhaus inklusive Gemeindesaal wäre zwar trotz der Beschwerde noch möglich gewesen. Ostermundigen hätte den Projektentwicklern und Planern aber die in der ­Zwischenzeit angefallenen Planungskosten in der Grössenordnung von einigen Hunderttausend Franken zurückzahlen müssen.

«Diese zusätzlichen Kosten hätten erneut vom Parlament abgesegnet werden müssen, weil eine grössere Änderung des Projektes und die Kosten dafür in der Finanzkompetenz des GGR liegen», sagt Maya Weber Hadorn (SP), Departementsvorsteherin Hochbau von Ostermundigen. Dies hätte bis zu einem erneuten rechtskräftigen Beschluss und der Rekursfrist erneut zu Verzögerungen und noch mehr Kosten geführt. Deshalb wird der Gemeinderat dem Parlament in der nächsten Sitzung den Abbruch des Projekts beantragen.

Markthallen-Flair

«Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Saal gut in das Hochhaus gepasst hätte», erklärt Giancarlo Perotto. Er könne aber nachvollziehen, dass die Gemeinde sich so entschieden habe. «Irgendwann ist der Saal nicht mehr wirtschaftlich, wenn der Ertrag für Vermietungen gleich bleibt, die Kosten aber steigen.» Im Erdgeschoss plant die Halter AG anstelle des Gemeindesaals verschiedene kleinere Dienstleistungs- und Verkaufsflächen. «Uns schwebt etwas mit einem Markthallen-Charakter vor», so Perotto.

Noch keine Alternativen

Und jetzt? Solche Säle seien nicht einfach in eine neue Überbauung zu integrieren, bedauert der Gemeinderat von Ostermundigen. Und: «Alternativen gibt es noch keine», sagt Maya Weber. Der Gemeinderat setze sich aber stark für einen Saal ein, dieser werde auch von Vereinen sehr geschätzt. Im alten Tell-Saal, wo die heutigen Versammlungen, viele Theater, Konzerte und auch private Anlässe stattfinden, stehen in den nächsten Jahren Sanierungsarbeiten auf dem Programm. «Bis wir eine neue Lösung haben, müssen wir gut zu unserem alten Saal schauen», so Weber.

«Bis wir eine neue Lösung haben, müssen wir gut zum alten Saal schauen.»

Maya Weber

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