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Diebe klauen Gemüse aus Berner Urban-Gardening-Beeten

Immer wieder stehlen Passanten Gemüse aus Berner Gemeinschaftsgärten. Bei den Hobbygärtnern und der Stadt macht sich Frust breit.

Bei der Einweihung der «Hängenden Gärten» im Mai 2015 durch Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) war die Freude noch gross.
Bei der Einweihung der «Hängenden Gärten» im Mai 2015 durch Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) war die Freude noch gross.
Christian Pfander
Knapp ein Jahr später herrscht Ernüchterung. Der Grund: Immer wieder klauen Passanten Gemüse aus den Gemeinschaftsgärten.
Knapp ein Jahr später herrscht Ernüchterung. Der Grund: Immer wieder klauen Passanten Gemüse aus den Gemeinschaftsgärten.
Christian Pfander
Das Gerüst mit den Blumenbeeten wurde im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojekts auf dem Spielplatz an der Kreuzung Kasernen- und Beundenfeldstrasse installiert.
Das Gerüst mit den Blumenbeeten wurde im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojekts auf dem Spielplatz an der Kreuzung Kasernen- und Beundenfeldstrasse installiert.
Stefan Anderegg
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Die Freude unter den Berner Hobbygärtnern war gross: Im vergangenen Mai lancierte die Stadt Bern mit den «Hängenden Gärten» im Breitenrainquartier ein neues Urban-Gardening-Projekt.

Auf dem Spielplatz an der Kreuzung Kasernen- und Beundenfeldstrasse wurde dafür ein Gerüst mit Gemüsekisten, Weidenkörben und Kunststoffsäcken installiert. Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) weihte den Gemeinschaftsgartenhöchstpersönlich ein. Rund 25 Anwohner teilten sich die Gemüsebeete fortan und zogen darin Cherrytomaten, Gurken und Salat.

Knapp ein Jahr nach der Lancierung sorgen die hängenden Gärten aber bereits für hängende Köpfe. Der Grund: Immer wieder haben Passanten beim Gemeinschaftsgarten Gemüse mitgehen lassen.

Hinweistafeln warnen vor Dieben

Um vor den dreisten Gemüsedieben zu warnen, hat Stadtgrün reagiert: «Leider verschwindet auf unerklärliche Weise reifes Gemüse, sodass die Ernte teils kärglich ausfällt», heisst es neuerdings auf Hinweistafeln bei den Beeten.

Die Lust am gemeinschaftlichen Gärtnern ist vielen aber bereits etwas vergangen. «Sie haben den Verleider bekommen, weil sich permanent Leute an ihren Beeten bedient haben. Einige wollten gar aussteigen», sagt Projektkoordinator Martin Hofer gegenüber dem «Bund».

Er selbst bewirtschaftet im Breitenrain ein Beet. Seine Frau habe im vergangen Jahr einen Passanten in flagranti ertappt, als dieser am helllichten Tag eine Aubergine einsteckte. «Das ist schon ernüchternd, wir stecken schliesslich viel Zeit und Herzblut in das Projekt.»

Kaum geklaut, schon gegessen

Laut Stadtgrün verschwindet aber nicht nur im Nordquartier Grünzeug aus Gemeinschaftsgärten, sondern etwa auch beim alten Tramdepot Burgernziel. «Am häufigsten sehen wir den Mundraub», sagt Walter Glauser, Bereichsleiter bei Stadtgrün Bern im «Bund». Das heisst: Passanten stehlen Gemüse und Früchte und verspeisen diese noch an Ort und Stelle.

Er wolle in diesem Zusammenhang zwar nicht explizit von Diebstahl sprechen. Gewisse Leute hätten aber offenbar das Gefühl, Urban Gardening sei eine Gratis-Selbstpflückanlage.

Polizei keine Option

Mit Warnschildern versuchen sich einige Hobbygärtner nun vor den Gemüsedieben zu wehren. Viel mehr als diese Massnahme bleibt ihnen jedoch nicht übrig. «Die Polizei kann man ja wohl kaum rufen wegen eines geklauten Broccoli», so Projektkoordinator Hofer.

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