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Die neue Gemeinde soll aus zwei Teilen bestehen

Fünf Gemeinden im Gürbetal stimmen über Fusionsabklärungen ab. Die neue Gemeinde würde ab dem Jahr 2020 und aus zwei getrennten Gebieten bestehen.

Zwischen den heutigen Gemeinden Kaufdorf (Bild) und Toffen im Norden sowie Mühlethurnen, Kirchenthurnen und Lohnstorf im Süden würde eine Lücke bleiben.
Zwischen den heutigen Gemeinden Kaufdorf (Bild) und Toffen im Norden sowie Mühlethurnen, Kirchenthurnen und Lohnstorf im Süden würde eine Lücke bleiben.
Andreas Blatter

Wächst zusammen, was zusammengehört? Nein, auch dann nicht, wenn sich die fünf Gemeinden im Gürbetal für eine Fusion entscheiden sollten. Das steht schon vor der ersten Abstimmung fest. Zwischen den heutigen Gemeinden Kaufdorf und Toffen im Norden sowie Mühlethurnen, Kirchenthurnen und Lohnstorf im Süden würde eine Lücke bleiben. Denn dazwischen liegen Rümligen und Gelterfingen. Diese Gemeinden beteiligen sich nicht am Fusionsprojekt.

«Natürlich wäre es praktischer, wenn wir eine fliessende Grenze hätten», sagt Mühlethurnens ­Gemeindepräsident Christian Kneubühl (SVP). Doch letztlich spiele das keine Rolle und sei auch aus der Sicht des Kantons kein Problem.

Der Druck steigt

Noch ist es aber nicht so weit. Am Montagabend, 6.?Juni, befinden die Gemeindeversammlungen zuerst einmal darüber, ob sie überhaupt Fusionsabklärungen aufnehmen wollen. Bei einem Nein aus einer oder mehreren Gemeinden würde das weitere Vorgehen diskutiert. Alle Gemeinderäte beantragen ein Ja. Und in einer Befragung vor einem Jahr sprach sich auch die Bevölkerung in allen fünf Gemeinden für Abklärungen aus.

«Ich bin sehr für diese Abklärungen», sagt Ruth Rohr (Freie Bürger), Gemeindepräsidentin von Toffen. Aufgrund der Erkenntnisse könne man dann überlegen, wie es weitergehen solle. «Wir haben die Chance auf eine Standortbestimmung», sagt der Kaufdorfer Gemeindepräsident Martin Meyer (SP). Vor allem in den kleineren ­Dörfern ist der Druck gross.

«Es wird immer schwieriger, genügend Leute zu finden», sagt die Kirchenthurner Gemeindepräsidentin Barbara Zürcher (parteilos). Im Gemeinderat ist ein Sitz vakant. Fritz Harri (parteilos), Gemeindepräsident von Lohnstorf meint: «Über kurz oder lang können wir als kleine Gemeinde nicht mehr existieren.» Es bestehe Handlungsbedarf, das zeigten das Budget und der Finanzplan.

2020 im Visier

Die fünf Gemeinden diskutieren schon lange über eine Fusion. Vor drei Jahren waren noch neun Gemeinden im Gespräch – zusätzlich Riggisberg, Rüeggisberg, Rümligen und Burgistein. Dann stand ein Zusammenschluss von sechs Gemeinden am Längenberg zur Diskussion. Dieser Plan scheiterte insbesondere am Nein aus Riggisberg.

Das vorliegende Projekt ist nun das Resultat der früheren Abklärungen. Nach der Abstimmung am 6.?Juni können sich die Stimmbürger noch zweimal zur Fusion äussern. Zum ersten Mal im Juni 2018, wenn der Grundlagenbericht steht. Zum zweiten Mal im Frühjahr 2019, wenn die Verträge und Reglemente vor­liegen und der definitive Fusionsentscheid gefällt wird. Der Zusammenschluss würde auf ­Anfang 2020 erfolgen, die neue Gemeinde 5500 Einwohner ­zählen.

Keine Prognose

Die Kosten für die Abklärungen betragen 214'000 Franken. Der Kanton würde sich mit 100'000 Franken beteiligen. Vom Rest blieben der grössten Gemeinde Toffen 37'700 Franken. Mühlethurnen müsste 25'900 Franken, Kaufdorf 22?400, Kirchenthurnen 14?300 und Lohnstorf 13'900 Franken bezahlen. Rund zwei Drittel der Kosten würden an eine externe Beratungsfirma für den Grundlagenbericht und die Fusionsvorbereitung fallen.

Das Mandat erhielte die Firma Recht & Governance in Bern. Mit Prognosen halten sich die Präsidenten der fünf Gemeinden zurück. Die Kirchenthurnerin Zürcher meint: «Man hört nicht viel, und wenn, dann beide Meinungen.» Und der Lohnstorfer Harri sagt: «Ich bin selbst gespannt.»

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