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Die Misstöne sind verklungen

Der Neubau der Musikschule Unteres Worblental könnte doch noch Tatsache werden. Das Ostermundiger Parlament wird im zweiten Anlauf voraussichtlich zustimmen, wenn auch mässig begeistert.

Nun erhält die Musikschule Unteres Worblental wohl doch noch einen Neubau (Symbolbild).
Nun erhält die Musikschule Unteres Worblental wohl doch noch einen Neubau (Symbolbild).
Keystone

«Es drohen monatelange Ver­zögerungen.» – «Womöglich ist sogar das ganze Projekt in Gefahr.» Das sagten die Verantwortlichen der Musikschule Unteres Worblental vor drei Monaten. Nachdem das Ostermundiger Parlament das Projekt für ein neues Musikzentrum zurückgewiesen hatte.

Inzwischen ist die Stimmung wieder besser. «Wir haben nun eine Lösung, mit der hoffentlich alle leben können», sagt Brigitte Zürcher, Stiftungsrätin der Musikschule. In den Grundzügen ist das Projekt gleich geblieben: Das neue Musikzentrum soll beim Oberstufenzentrum in Bolligen zu stehen kommen.

Die Gemeinde Bolligen übernimmt die Baukosten von 4,5 Millionen Franken, dafür erhält sie von den anderen Stiftergemeinden Ittigen, Stettlen und Ostermundigen einen kostendeckenden Mietzins.

«Knebelvertrag entschärft»

Geändert haben einzig die Kün­digungsbedingungen. Ursprünglich war vorgesehen: Falls eine Gemeinde vor Ablauf der Vertragsdauer von 33 Jahren austritt, muss sie Bolligen die Baukosten anteilsmässig zurückzahlen.

Das sei «ein Knebelvertrag», fand das Mundiger Parlament. Deshalb wurde dieser Passus abgeändert. Neu kann die austretende Gemeinde von der Rückzahlung befreit werden, wenn sie zum Beispiel «einen solventen Nachmieter» präsentiert.

Morgen Donnerstag wird das Ostermundiger Parlament über die neue Lösung debattieren. Begeisterungsstürme sind keine zu erwarten, wie eine Umfrage bei den Fraktionen zeigt. Angesichts der langen Vertragsdauer von 33 Jahren sei es schwierig, einen Nachmieter zu finden, kritisieren die einen.

Die anderen hätten sich eine deutlichere Formulierung gewünscht, im Sinn von: Falls die austretende Gemeinde einen Nachmieter findet, kann sie nicht nur von der Rückzahlungspflicht befreit werden. Sondern sie muss davon befreit werden.

Trotzdem zeichnet sich im Parlament diesmal Zustimmung ab. «Ich denke nicht, dass die neue Formulierung gegen uns ver­wendet wird», sagt etwa SP-Fraktionschef Rudolf Mahler. «Das Restrisiko ist nun wirklich sehr klein», findet auch Rolf Rickenbach (FDP). Derweil erinnert Sandra Löhrer von der EVP/CVP-Fraktion daran, dass die Parteien an einem runden Tisch die Ge­legenheit hatten, an einer neuen Lösung mitzuwirken.

«Das sollte honoriert werden.» Ernst Hirsiger (SVP) spricht von einer «erträglicheren Lösung». Und Luca Alberucci als Chef der GLP/BDP-Fraktion findet zwar nach wie vor, dass Bolligen im Vertrag besser wegkomme als die anderen Gemeinden. «Aber wir brauchen die Musikschule, das ist klar.»

Bezug im Sommer 2019?

Falls das Parlament morgen Ja sagt, ist die Finanzierung des neuen Musikzentrums gesichert. Die Gemeindeversammlung von Bolligen sowie die Gemeinderäte von Ittigen und Stettlen haben ­ihre Zustimmung bereits letztes Jahr gegeben; diese Entscheide bleiben gültig. In diesem Fall würde ein Projektwettbewerb gestartet. Das Ziel wäre, das neue Musikzentrum im Sommer 2019 zu beziehen.

Würde das Parlament dagegen Nein sagen, «dann hätten wir ein Problem», sagt Stiftungsrätin Brigitte Zürcher. Dann wäre das Projekt plötzlich wieder infrage gestellt.

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