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Die Gartenvermittlerin

Ruth Sutter hat mit Horterre.ch eine Vermittlungsplattform für Privat­gärten ins Leben gerufen. Damit will die Belperin vor allem etwas Gutes für die Umwelt tun.

Ruth Sutter in einem Garten der Hilfe benötigt.
Ruth Sutter in einem Garten der Hilfe benötigt.
Raphael Moser

Was kann eine Person unternehmen, die einen Garten besitzt, diesen aber nicht mehr bewirtschaften kann oder will? Eine Lösung bietet nun Ruth Sutter aus Belp. Mit der neuen Website Horterre.ch will sie Leuten ermög­lichen, ihren Garten online zu vermitteln. Sie meint: «Land soll als Kulturland benutzt werden.»

Hinter dieser Idee steckt ein simples Prinzip: Wer einen Garten bewirtschaften möchte, aber keinen besitzt, kann ein Suchinserat aufgeben. Wer einen Garten besitzt, aber nicht mehr die Kraft oder den Willen zum Gärtnern hat, kann ebenfalls ein Inserat veröffentlichen.

Mit ihrem Angebot hofft Sutter auch auf eine Begegnung der Generationen.

Bislang erfolglos

Bisher hat das Vermitteln noch nicht geklappt. Die Plattform wird lediglich von Personen benutzt, welche Gärten abzugeben haben. Offenbar ist das Angebot noch nicht bei den Suchenden angekommen. Ruth Sutter vermutet, dass die Plattform noch mit etwas Argwohn betrachtet wird. Viele Hausbesitzer sind womöglich kritisch, ob das funktionieren kann, wenn andere sich ihres Grundstückes annehmen. Zudem pachten viele bereits einen Schrebergarten, ein weitaus bekannteres Konzept.

Sutter will deshalb mit Anbietern von Schrebergärten Kontakt aufnehmen und die Website dort schmackhaft machen für jene Personen, welche auf einen Schrebergarten warten müssen, weil keine Parzelle frei ist.

Die Naturliebhaberin

Die Faszination Garten bedeutet für Ruth Sutter die Vielfalt, den «Überlebenswillen der Pflanzen» und die Nahrung für Insekten. Der Vergleich mit einem Biotop trifft es für sie am besten. Sie hatte nicht immer die Leidenschaft für Gärten. Als Jugendliche war sie für den Schrebergarten der Familie mitverantwortlich, damals war dies eher ein Muss.

Heute zählt der Garten zu einem ihrer grössten Hobbys. Als Naturliebhaberin blickt sie voller Zuversicht in die Zukunft. Ihr ist eine gewisse Utopie anzumerken, da sie schon von einer weltweiten Plattform träumt.

«Land soll als ­Kulturland benutzt werden.»

Ruth Sutter

Auch sie besitzt einen kleinen Garten. Gerne hätte sie einen grösseren, in dem sie alle mög­lichen Gemüse setzen könnte. Jedoch fehlt ihr momentan der Platz. Sie kann sich vorstellen, in Zukunft auch selber in fremden Gärten Hand anzulegen. Somit wäre sie ihre eigene «Kundin». Bei der Gartenpflege kann sie auf die Hilfe ihres Mannes zählen. Mit voller Überzeugung be­hauptet sie: «Gärtnern macht glücklich.»

Für den guten Zweck

Die Frau aus Belp will das Mietverhältnis der Gärten den Beteiligten überlassen. Das Einzige, was ihr dabei am Herzen liegt, ist die Natur. Deshalb hat sie einen Vertragsentwurf auf die Homepage geladen, bei dem der Mieter bestätigt, dass auf die Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und künstlichen Düngern verzichtet wird. Die Hobbygärtnerin will es den Vermietern aber selber überlassen, ob sie ihren Entwurf, einen eigenen oder gar ­keinen Vertrag verwenden. Denn Horterre.ch dient lediglich als Vermittlungsplattform.

Da die Website als nebenberufliche Tätigkeit betrieben wird, verlangt Sutter keine Vermittlungskosten. Allfällige Spenden nimmt sie gerne entgegen und würde sie in umweltfreundliche Projekte investieren.

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