Die Euphorie grassiert auch im YB-Fanshop

Wenige Tage vor dem YB-Showdown wird der Fanshop im Wankdorf-Center überrannt. Besonders beliebt sind Matchtrikots.

Die allermeisten YB-Fanartikel verkaufen sich in diesen Tagen sehr gut. Video: Christian Häderli/Salome Studer
Christian Häderli@ChriguHaederli

«Ab 15 Uhr sollte es möglich sein», antwortet Fanshop-Verkäuferin Elyane Mayer am Mittwochmittag auf die Frage nach einem Interviewtermin. Vor ihrer Kasse hat sich eine lange Warteschlange gebildet, das Telefon klingelt ununterbrochen. Einige YB-Fans versuchen, noch eines jener 1000 Tickets für das anstehende Spiel zu ergattern, die am Mittag unerwarteterweise in den Verkauf geraten sind.

Die meisten Kunden aber schauen sich im Laden nach Fanartikeln um, vergleichen die verschiedenen Schals miteinander, probieren hinter dem Umkleidevorhang mit dem grossen YB-Logo drauf einen Fandress.

Geduldig berät Mayer Kunden, probiert hartnäckig, ob sie sich wieder ­Zugriff auf das kurzzeitig überlastete Ticketing-System verschaffen kann, um Fanträume wahr werden zu lassen. Sie nimmt zahlreiche Anrufe entgegen, verweist enttäuschte Kunden, die bei einem Shirt ihre Grösse nicht finden, auf den ­Onlineshop.

«Oh ja, momentan kann es enorm stressig sein», bestätigt Mayer in einer ihrer wenigen ­etwas ruhigeren Minuten. «Am Abend sind wir jeweils kaputt. Da spüren wir, was wir tagsüber gemacht haben.»

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Seit fünf Jahren arbeitet sie bereits im Fanshop, etwas Vergleichbares hat sie bisher nicht erlebt. Wenn YB in der Vergangenheit gut gespielt und viele Spiele gewonnen habe, hätte das jeweils schon positive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen gehabt. Aber: «Derzeit haben wir im Laden etwa doppelt so ­viele Leute wie in der Weihnachtszeit.»

Die allermeisten Fanartikel verkaufen sich in diesen Tagen ungewohnt oft. Die Auswahl ist beträchtlich. Zum Sortiment gehören etwa Bademäntel, Weihnachtskugeln und gar Dosen mit Schnupftabak – stets versehen mit dem offiziellen YB-Logo, versteht sich.

Dennoch gibt es einen Verkaufsschlager: «Matchtrikots sind derzeit am beliebtesten», erklärt Mayer. «Viele wollen sich einen YB-Dress jener Saison sichern, in der YB endlich wieder Meister wird.»

Alles Modefans?

Die Young Boys sind in Bern seit Wochen zweifelsohne das Gesprächsthema Nummer eins. Plötzlich begeistern sich auch Leute für die Fussballkünste von Hoarau & Co., die während der letzten Jahre selten oder nie im Stade de Suisse anzutreffen waren.

Es sind mitunter auch diese Modefans, die den Umsatz mit YB-Fanartikeln nun sprunghaft ansteigen lassen. «Es braucht diese Leute», findet Mayer. «Es ist doch super, wenn jede und ­jeder ins Stadion kommt. Ganz egal, ob jemand erst seit kurzem mit YB mitfiebert oder langjähriger Fan ist – wir sind froh um ­jeden Mann und jede Frau.»

YB-Begeisterten stehen wohl gleich mehrere Freinächte bevor, zumindest wenn es nach der Prognose von Elyane Mayer geht. Sie glaubt nicht nur an einen Sieg am Samstag gegen Luzern, sondern ist auch von einem YB-Erfolg im Cupfinal überzeugt: «Wir möchten unbedingt beide Titel nach Hause holen. Nach 32 Jahren ist es nun endlich an der Zeit!»

Und wie kleidet man sich denn eigentlich bei den Meisterfeierlichkeiten optimal ein? «Ich würde auf jeden Fall etwas Schwarzes oder Gelbes anziehen – wenn das YB-Logo drauf ist: umso besser!»

Berner Zeitung

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