Zum Hauptinhalt springen

Stadtberner Nächte sind nicht überall gleich warm

Bis zu 4 Grad beträgt in ­warmen Sommernächten die Temperaturdifferenz ­zwischen Innenstadt und ­Umgebung. Dies zeigt eine Studie der Universität Bern.

Bis zu vier Grad Temperaturunterschiede wurden in und um die Stadt gemessen.

Die Universität Bern hätte ­keinen besseren Zeitpunkt wählen können, um ihre neuste Studie zum Thema Stadthitze zu präsentieren. Forschende untersuchten darin die Temperaturunterschiede zwischen ­Innenstadt und den umliegenden ­Gebieten. Die Daten dafür ­lieferten 84 Sensoren, die im Mai auf dem gesamten Stadt­gebiet installiert worden waren.

Unterschiede bis zu 4 Grad

Interessant ist dabei, wie gross gerade in der Nacht die Unterschiede sein können. Während der gegenwärtigen Hitzeperiode kann es vorkommen, dass die Temperaturdifferenz zwischen Stadt und Agglomeration nachts bis zu 4 Grad beträgt. Aber auch innerhalb des Stadtgebietes taucht das Phänomen auf. Zum Beispiel zwischen Bahnhofplatz und Familiengarten Schlossgut, wie es in der Mitteilung der Uni Bern heisst.

Wie kommt es dazu? Kurz zusammengefasst: Wo hohe ­Betonbauten und viele asphaltierte Strassen sind, bleibt es wärmer. Wo sich Grünflächen und Wasser befinden, kühlt es eher ab. Als Beispiel zieht die Universität die Nacht auf den 1. August heran. Von 22 bis 6 Uhr betrug die Durchschnittstemperatur in jener Nacht auf dem Berner Bahnhofplatz knapp 25 Grad, während im ­Familiengarten Schlossgut nur 21,5 Grad gemessen wurden.

Baldachin als Treibhaus

«Auf dem Bahnhofplatz hat es keinen einzigen Baum, das Areal ist komplett zubetoniert», sagt Moritz Gubler vom Geographischen Institut der Universität Bern. Die Hitze werde dort tagsüber im Boden gespeichert und nachts nur langsam abgegeben. «Dadurch sind die Strassen auch noch ziemlich warm, wenn die Sonne längst untergegangen ist», sagt Gubler.

Ganz anders im Familien­garten. Hier ist der Boden kaum versiegelt. Dadurch könne ­dieser «atmen», wie Gubler ausführt, was heisst, dass ein Feuchtigkeitsaustausch stattfindet und damit die Luft abgekühlt wird. Und weil der Bahnhofplatz von Betonbauten umringt sei, finde dort kein optimaler Luftaustausch statt. «Das fördert den Wärmestau zusätzlich», so Gubler. Ausserdem wirke das Glasdach des Baldachins wie ein Treibhaus. Nur wenige Meter entfernt, etwa beim Bubenbergplatz, sei die Temperatur jeweils schon niedriger.

Mehr Grünflächen

Die Universität Bern scheut sich nicht, aus der Studie mögliche Massnahmen abzuleiten, «um dem zunehmenden städtischen Hitzestress mittels ­städtebaulicher Strategien zu begegnen». Das könne vor ­allem durch mehr Grünflächen geschehen, heisst es. Eine ­Folgerung, welche die rot-grüne ­Regierung gerne hören wird.

Eine weitere Möglichkeit sei, Neubauten nicht quer zum ­Aaregraben liegend zu bauen. «Denn in Bern kommt die ­kühle Luft hauptsächlich vom Aaretal her», erklärt Moritz Gubler. Und schliesslich wären hellere Bodenbeläge eine Massnahme, um die städtische Wärmeinsel etwas abzukühlen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch