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Der Bahnhof Bern wird zur gigantischen Baustelle

Ein neuer Tiefbahnhof, neue Unterführungen und neue Zugänge: Am Donnerstag präsentierten SBB, RBS, Stadt und Kanton Bern ihre Pläne zum geplanten 900-Millionen-Ausbau des Bahnhofs Bern.

Beim Bubenbergplatz wird durch eine Unterführung ein neuer Bahnhofszugang entstehen. Das bestehende Gebäude wird dabei auf Stelzen gestellt.
Beim Bubenbergplatz wird durch eine Unterführung ein neuer Bahnhofszugang entstehen. Das bestehende Gebäude wird dabei auf Stelzen gestellt.
zvg
Auch bei der Länggasse soll eine neuer Zugang entstehen. Rechts im Bild der neue Postparc.
Auch bei der Länggasse soll eine neuer Zugang entstehen. Rechts im Bild der neue Postparc.
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Bei der Informationsveranstaltung wurde ein Miniatur-Modell des neuen Bahnhofs präsentiert.
Bei der Informationsveranstaltung wurde ein Miniatur-Modell des neuen Bahnhofs präsentiert.
Stefan Anderegg
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Für einmal kommen die Bähnler mit dem Auto. Dutzende weisse Kartonschachteln, gefüllt mit Dokumenten und Bauplänen, liefern der RBS und die SBB kommende Woche beim Bundesamt für Verkehr ab – mit dem Lieferwagen. Der Ausbau des Bahnhofs Bern wird damit konkret. Der Papierberg widerspiegelt die Dimensionen des Projekts.

Am Donnerstag informierten RBS, SBB, Kanton und Stadt Bern über den ersten geplanten Ausbauschritt. Bis 2025 sollen der neue Tiefbahnhof des RBS, eine neue Personenunterführung der SBB sowie zwei neue Zugänge zum Bahnhof fertig gebaut sein. Der Ausbau sei nötig, weil der Bahnhof Bern wegen der wachsenden Passagierströme an die Kapazitätsgrenze komme, sagte Philippe Gauderon, Leiter SBB-Infrastruktur.

Beim derzeitigen RBS-Bahnhof sei diese Kapazitätsgrenze sogar bereits erreicht, ergänzte RBS-Direktor Fabian Schmid an der Medienkonferenz von Donnerstag. Bis ins Jahr 2030 rechnen SBB und RBS mit bis zu 375'000 Reisenden pro Tag. Derzeit nutzen täglich 260'000 Passagiere den Bahnhof Bern.

Mehr Platz und mehr Licht

Unter den bestehenden SBB-Perrons wird eine neue, zweite Personenunterführung gebaut. Diese «Unterführung Mitte» wird L-förmig sein (siehe Grafik) und soll helfen, die Passagierströme im Bahnhof besser zu verteilen. Zum einen ist sie mit der bestehenden Fussgängerunterführung verbunden. Zum andern auch mit dem Bubenbergplatz, wo ein neuer Hauptzugang entstehen soll. Auch auf der Seite Schanzenhügel ist ein neuer Eingang geplant.

Der Bahnhof Bern, eher ein düsteres Bauwerk, soll zudem heller werden. Die Seitenwand der Perronhalle wird zum Burgerspital hin geöffnet, damit Tageslicht eindringen kann. Das andere Kernstück des Projekts ist ein neuer Tiefbahnhof für den RBS. Dieser ist unterhalb der Gleise zwei bis sieben des heutigen SBB-Bahnhofs angesiedelt. Von der neuen Unterführung her ist er mit Liften und Rolltreppen erreichbar. Die vier Gleise werden 17 Meter unter den SBB-Passagen liegen. Der alte RBS-Bahnhof wird für den Betrieb aufgegeben.

Kanton und Stadt noch uneins

RBS, SBB, Kanton und Stadt Bern rechnen mit Gesamtkosten von 867 Millionen Franken für diesen ersten Ausbauschritt. Rund 522 Millionen Franken wird der neue RBS-Bahnhof kosten, rund 246 Millionen Franken die neue Personenunterführung der SBB. Die Finanzierung dieser Projekte sei «weitgehend gesichert», sagte Regierungsrätin Barbara Egger (SP) am Donnerstag. Der Beteiligung des Bundes stehe nichts mehr im Weg. Der Kanton Bern wird sich mit rund 300 Millionen Franken beteiligen.

Noch weniger klar ist allerdings die Finanzierung des neuen Hauptzugangs beim Bubenbergplatz. Stadt und Kanton müssen dabei die Anteile untereinander ausmachen. Ausserdem möchte Berns Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP) beim Bubenbergplatz neue Verkehrsmassnahmen umsetzen. Nun startet das Plangenehmigungsverfahren für den Ausbau. Privatpersonen und Verbände können dagegen Einsprache machen. Gebaut werden soll während acht Jahren zwischen 2017 bis 2025.

Anzeigetafel im Bahnhof wird ersetzt

Während dieser Zeit wird der Bahnbetrieb regulär weiterlaufen. Bis im Jahr 2035 soll der Bahnhof Bern in einem zweiten Ausbauschritt auch seitlich um vier Gleise verbreitert werden, damit der Regionalverkehr mehr Platz erhält. Diese Arbeiten starten voraussichtlich im Jahr 2025.

Bedeutend früher, bereits am 23. Juni, gibt es im Bahnhof eine für jedermann sichtbare Änderung: Die klassische Bahnhofanzeige wird durch eine digitale Tafel ausgetauscht – ein leiser Startschuss.

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