Albligen

Der Bären wird finnisch

AlbligenEine Familie aus Finnland übernimmt das ­Restaurant Bären. Mutter, ­Vater und Tochter wollen die Gäste mit Spezialitäten aus ihrer Heimat, aber auch mit Schweizer Kost bekochen.

Hinter dem Tresen: Die Eltern Arto und Tiina Lilja mit Tochter Emilia (Mitte).

Hinter dem Tresen: Die Eltern Arto und Tiina Lilja mit Tochter Emilia (Mitte). Bild: Beat Mathys

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Der Bären ist das einzige Restaurant in Albligen. Nachdem sich die früheren Wirte, die Thai- und Schweizer Küche anboten, altershalber zurückzogen, weht nun ein frischer Wind: Emilia Lilja übernimmt das Restaurant zusammen mit ihren Eltern Tiina und Arto, die mit ihrem Hund Nestori von Helsinki in die Schweiz eingewandert sind. Die Rollen haben sie bereits grob verteilt: Die Mutter wird mit Köchin Isabell Gasser in der Küche wirken, während Vater und Tochter sich zusammen mit einer «halb finnischen» Aushilfe um den Service kümmern werden. Bis zur Eröffnung gibt es allerdings noch unzählige Details zu regeln.

In Albligen zu Hause

Emilia Lilja ist 29 Jahre alt. Ihre Mutter ist 51, der Vater 54 Jahre alt. Nein, es sei ihnen gar nicht schwergefallen, nach Albligen zu ziehen, sagen die beiden. «Ich erlebe die Schweizer als sehr ähnlich wie die Finnen, vor allem hier auf dem Land. Die Menschen sind eher ruhig und wortkarg», sagt Tiina Lilja, betont aber, sie und ihr Mann hätten sich schon nach kurzer Zeit im Dorf zu Hause gefühlt. Dazu trage natürlich auch die Nähe zur Familie bei, vor allem zu den drei Enkelinnen, die notabene nebst Berndeutsch perfekt Finnisch sprechen und sich gerne von den Grosseltern verwöhnen lassen.

Der Landgasthof Bären ist Eigentum der Dorfburgerkorporation Albligen. Nach einer sanften Renovation wirkt alles modern und doch rustikal. In der Gaststube hängen die Vereinstafel der Musikgesellschaft und finnische Bilder mit Bären und Rentieren. In der Ecke, wo jahrelang der Stammtisch stand, ist eine Lounge mit fellbedeckten Sesseln eingerichtet.

Mit grossem Saal

Die Bühne des grossen Saals ist mit Requisiten für Konzert und Theater der Musikgesellschaft ausgestattet, das Säli daneben für ein gutes Dutzend Gäste vorbereitet. Ebenfalls im ersten Stock befindet sich die Wohnung, in die Emilia Liljas Eltern eingezogen sind. Die zukünftige Wirtin erzählt:«Mein Vater hat in Helsinki in einem Restaurant gearbeitet und ist damit vom Fach. Ich hoffe, die Leute haben Verständnis dafür, dass sie mit meinen Eltern Hochdeutsch sprechen müssen.»

Emilia Lilja absolviert derzeit noch Kurse für das Wirtepatent. Sie lebt seit 9 Jahren in der Schweiz und spricht gut Deutsch. Zusammen mit ihrem Partner Werner Stoll – er ist Landwirt und Käser in Ueberstorf – hat sie drei kleine Töchter. «Arbeit haben wir also genug», sagt sie und denkt mit Wehmut an die Top­kinderbetreuung, die es in Finnland gibt. «Und erst noch gratis.»

Jetzt ist sie froh, sind Eltern in der Nähe, die sich wenn nötig noch so gerne um die Mädchen kümmern. Froh ist sie auch, bereits Erfahrung im Service zu haben, nachdem sie im Restaurant Tele in Flamatt gearbeitet hat. «Das wird mir zugutekommen.»

Rentierfleisch und Lachs

Mit dem familiären Hintergrund der Wirtin ist schon fast vorgegeben, was auf der Speisekarte stehen wird: Fondue aus Werner Stolls Käserei und Fleisch von seinen Simmentaler Kühen. Emilia Lilja denkt an selbst gemachte Beefburger, aber auch an fin­nische Hackfleischkugeln. Und ­natürlich gibt es auch Rentierfleisch, das die Familie direkt importiert, sowie finnische Lachssuppe.

Damit alles korrekt zubereitet wird, ist in diesen Tagen eine Bekannte aus Helsinki im Bären zu Besuch. «Sie wird uns mit ihrer finnischen Kochkunst inspirieren», sagt Emilia Lilja und betont: «Natürlich werden wir auch schweizerische Gerichte auf der Karte haben.»

Spielplatz im Garten

Der Landgasthof Bären liegt am Weg zur Ruchmühle im Sensegraben, einem beliebten Freizeit- und Badeort für Familien. «Ich denke, dass wir oft Familien bei uns haben werden. Deshalb wollen meine Eltern im Garten einen Spielplatz bauen», sagt Emilia Lilja. Zudem wird im Säli neben der Gaststube eine Spielecke ­eingerichtet. Da der Bären über mehrere Räume verfügt, können Gäste mit oder ohne Kinder allenfalls getrennt untergebracht werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.03.2018, 09:55 Uhr

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