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Den Elchtest nicht bestanden

Der Kommentar von Redaktor Christoph Hämmann zur Publibike-Affäre in der Stadt Bern.

Die Affäre ist peinlich für Publibike, deren Muttergesellschaft Postauto in diesem Jahr schon ein Jahre währender Betrugsskandal um die Ohren geflogen ist: Die Schlösser der Berner Publibikes liessen sich ganz einfach knacken. Am Wochenende galt ­deshalb die Hälfte der rund 700 Publibikes als verschollen.

Der Missbrauch hat mit krimineller Energie zu tun, da hat die Postauto-Sprecherin recht. Sollte sich der Furor einiger «anti­kapitalistischer» Wirrköpfe weiterhin gegen die «fahrenden Werbeplakate» richten, als was Publibikes auf einer einschlägigen Website bezeichnet werden, dann hat der Berner ­Veloverleih ein ernsthaftes ­Problem. Man müsste dann ­darauf hoffen, dass die Kapitalismuskritiker naheliegendere ­Objekte finden – und geeignetere Mittel, ihre Kritik zu artikulieren.

Gegen Mitläufer, die sich an leicht zu knackenden Schlössern zu schaffen machen, dürften sicherere Schlösser aber ­genügen. Publibike muss sich deshalb vorwerfen lassen, ein System lanciert zu haben, das von jedem «Hobbydieb» innert ­Sekunden geknackt werden kann. Bitter für die Stadtregierung ist, dass der Reputationsschaden nicht nur auf die Betreiberin Publibike, sondern auch auf die Stadt fällt. Sie vertraute auf eine Anbieterin, deren erste Berner Veloverleih-Version beim Elchtest versagte. christoph.haemmann

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