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Decathlon mischt die Berner Sportartikelbranche auf

Schon seit gut einem Jahr decken sich viele Bernerinnen und Berner bei Decathlon mit Sportartikeln ein. Dazu mussten sie bisher nach Marin bei Neuenburg reisen.

Aus dem Athleticum im Berner Wankdorf-Center wird Decathlon.
Aus dem Athleticum im Berner Wankdorf-Center wird Decathlon.
Decathlon

Ab dem 3. April hat der Sportdiscounter aus Frankreich auch in Bern einen Laden. In den kommenden drei Monaten wird das Athleticum im Berner Wankdorf-Center umgebaut und danach als Decathlon neu eröffnet.

1300 Läden betreibt die französische Sportladenkette weltweit. Derzeit eröffnet sie laufend weitere Filialen in der Schweiz. Dabei muss sie sich nicht einmal nach neuen Ladenflächen um­sehen. Denn Decathlon hat alle 23 Geschäfte und rund 455 Mitarbeiter der Sporthändlerkette Athleticum übernommen. Bis nächsten Herbst sollen alle Filialen unter neuem Namen wiedereröffnet werden.

Günstige Eigenmarken

Der französische Sportartikelhändler dürfte die Preise im Schweizer Sporthandel gehörig ins Rutschen bringen. Ein Preisvergleich in der Konsumentenzeitschrift «K-Tipp» hat kürzlich gezeigt, dass vor allem Sportschuhe bei Decathlon deutlich billiger sind als bei SportXX und Ochsner Sport.

Doch Markenartikel machen nur einen geringen Teil des Sortiments aus. Denn Decathlon verkauft vor allem Artikel seiner Eigenmarken. Und diese gibt es zu Spottpreisen. Ein B’Twin-Rennvelo kann man ab 300 Franken kaufen, ein Quechua-Zelt für knapp 23 Franken und ein Nabaji-Damenbadkleid kostet weniger als 5 Franken. Das Angebot im Laden richtet sich laut Mediensprecherin Nathalie Herrera danach, was für Sportarten die Kunden im Einzugsgebiet betreiben.

Ob es in Bern künftig Fischerei-, Boxsport-, Yoga- oder doch mehr Pilates-Artikel geben wird, will Decathlon aufgrund der Erfahrungen der ehemaligen Mitarbeiter von Athleticum festlegen. Das volle Sortiment finden die Kunden im Onlineshop. Die dort bestellten Artikel können sie im Geschäft abholen oder nach Hause liefern lassen.

Die Konkurrenz schweigt

Die beiden anderen grossen Sportgeschäfte in Bern reagieren auf den Decathlon-Einstieg in Bern schweigsam: Ochsner Sport wollte auf die Anfrage dieser Zeitung keine Auskunft geben. Der Sprecher der Migros-Sportgeschäfte SportXX sagte: «Wir äussern uns grundsätzlich nicht zu Aktivitäten von Mitbewerbern.»

«Unsere Kunden sind bereit, für eine gute Beratung auch einenangemessenen Preis zu bezahlen.»

Stefan Kropf Laufsportgeschäft 4Feet

Gesprächiger zeigt sich Stefan Kropf vom Laufsportgeschäft 4Feet in der Aarbergergasse: Er erwartet als «Nischenspezialist im Bereich Laufsport» keine Umsatzeinbussen. Die Kunden seien bereit, für Beratung einen «angemessenen Preis» zu bezahlen. Zudem stellt er eine Onlinemüdigkeit bei den Kunden fest. Das Geschäft verzichte deshalb auf einen Internetshop.

Zweiteilung im Sporthandel

Das vor gut vierzig Jahren in Frankreich gegründete Unternehmen Decathlon expandiert auch nach Österreich. Dort hat es vor vier Monaten seine erste Filiale eröffnet und konkurrenziert dort vor allem die Sport-2000-Läden. Dabei handelt es sich um eine Einkaufsgemeinschaft, der 350 Läden angeschlossen sind. Holger Schwarting, Geschäftsführer, kommentierte die Ankunft von Decathlon mit klaren Worten. Er prophe­zeite eine Zweiteilung des

Sporthandels: einerseits die Discounter mit ihren Billigange­boten, andererseits die Spezialisten, die viel Beratung bieten. «Die Zeiten, in denen man sich irgendwo dazwischen durchwurschteln konnte, sind vor-bei.»

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