Debatte über Radiostudio-Umzug findet wohl erst im Sommer statt

Noch muss sich die SRG mit dem Umzug des Berner Radiostudios nach Zürich gedulden: Auch in der aktuellen Sondersession wird sich der Nationalrat nicht mit den Zentralisierungsplänen der SRG befassen.

Archivbild aus dem letzten Jahr: Journalistinnen und Journalisten im Radiostudio Bern.

Archivbild aus dem letzten Jahr: Journalistinnen und Journalisten im Radiostudio Bern.

(Bild: Keystone Anthony Anex)

Keine SRG-Diskussion in der aktuellen Nationalratssession: Die Vorstösse, welche den Radiostudio-Umzug von Bern nach Zürich verhindern und die SRG weiter zu einer dezentralen Produktion ihrer Inhalte zwingen wollen, werden wohl erst in der Sommersession thematisiert.

Die Initianten argumentieren, dass die Zentralisierung in Zürich der SRG verunmöglicht, die Vielfalt der föderalen Schweiz in ihren Sendeformaten korrekt wiederzugeben. Zudem warnen sie vor einem Verlust der Meinungsvielfalt innerhalb des Service public.

Doch damit stiessen sie in den vergangenen Monaten bei den Bundesparlamentariern immer seltener auf Gehör. Nach anfänglichen Sympathiebekundungen büsste die Anti-Umzug-Kampagne in den letzten Monaten stark an Momentum ein. In der vorberatenden Kommission des Ständerats wurde das Vor­haben vor wenigen Tagen mit zwölf zu einer Stimme regelrecht versenkt.

Der schwindende Rückhalt für die Initiativen hat auch damit zu tun, dass die SRG laut Insidern ein «beispielloses Lobbying aufgezogen hat». Sie berichten, dass sich allein die neue SRG-Direktorin Nathalie Wappler vor der Abstimmung in der Ständeratskommission zweimal mit Kommissionspräsident Claude Janiak (SP, BL) zum Austausch getroffen hat.

Auch die tumultartige Generalversammlung der SRG Bern Freiburg Wallis vom vergangenen Freitag dürfte indirekt auf das Konto der SRG-Lobbyisten gehen. Dem Freiburger SRG-Präsidenten Beat Hayoz blieb die Wiederwahl in den Vorstand verwehrt.

Dies, weil Hayoz sich entgegen seiner ursprünglichen Meinung und der Haltung des Vorstands auf einmal für den Umzug starkmachte. Zudem soll Hayoz gemäss mehreren gut informierten Quellen und entgegen eigenen Aussagen Vorstandsinterna an die SRG-Spitze weitergegeben haben. (bit)

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