Zum Hauptinhalt springen

«Das perfekte Team existiert nicht»

Emiliano Dudar hat sich bei YB sofort als Abwehrchef etabliert. Vor dem Spiel bei GC spricht der Argentinier über seine Ambitionen, die kurze Integrationszeit und die Vorteile einer Wohnung im Zentrum.

Die YB-Spieler wurden diese Woche vom Klub zum Fototermin aufgeboten. Sind da schon die Meisterporträts entstanden? Emiliano Dudar (lacht): Nein, sicher nicht. Die Bilder werden, so viel ich weiss, am Jahresende verwendet, um Fans und Sponsoren für die Unterstützung zu danken. Für Meisterporträts ist es viel zu früh. Es sind ja noch zwei Drittel der Saison zu spielen. Es geht für uns zunächst darum, die Vorrunde mit so grossem Vorsprung wie möglich zu beenden.

Spielen die Young Boys bereits nahe am Optimum? Die Zeichen sind gut, das perfekte Team existiert aber nicht. Auch wir müssen ständig dazulernen. Das Konterspiel etwa wollen wir weiter verbessern, und wir haben auch ein paar Gegentore zu viel zugelassen. Wollen wir eine grosse Mannschaft sein, müssen wir uns jede Woche beweisen und jede Partie gewinnen. Die Aufgabe heute gegen die Grasshoppers wird schwer. GC wird mit allen Mitteln versuchen, auf das Aus im Cup gegen Lugano zu reagieren.

Sportchef Alain Baumann sagte vor kurzem, neue Spieler bräuchten Zeit. In Ihrem Fall scheint das nicht zuzutreffen. Es ist eine Frage des Vertrauens. Als ich von Bellinzona nach Bern wechselte, kam ich mit hohen Erwartungen. Partien gegen YB waren immer ein Ereignis. Als ich das Angebot erhielt, war das ein Zeichen des Vertrauens. Als ich hier ankam, übergab mir Trainer Vladimir Petkovic sofort Verantwortung. Und ich spürte auch gleich den Respekt der Teamkollegen.

Ist es für einen Verteidiger einfacher, sich in einem neuen Team zurechtzufinden, als für einen Offensivspieler? (überlegt): Das mag sein. Die Position des Stürmers ist etwas komplexer. Der Angreifer ist stärker darauf angewiesen, dass das Zusammenspiel klappt. Das kann etwas dauern.

Stiessen Sie denn bei YB nie auf Schwierigkeiten? Doch natürlich. Die Verständigung etwa ist für mich nicht einfach. Die meisten Mitspieler sprechen Deutsch oder Französisch. Ich hingegen spreche nur Spanisch und Italienisch. Aber wir arrangieren uns so gut es geht. Ich versuche mich anzupassen.

Anders als die meisten Teamkollegen wohnen Sie mitten in Bern. Weshalb haben Sie sich für eine Wohnung im Zentrum entschieden? Ich mag das Stadtleben. Schon als ich für Klubs in Südamerika spielte, wohnte ich immer im Zentrum, oder in der Nähe. So sollte es auch in Bern sein. Der Verein bot mir Wohnungen in Schönbühl und Ittigen an, aber ich wollte, dass sie mir etwas im Zentrum zu suchen. Meine Frau und ich leben mit unserem kleinen Sohn jetzt in der unteren Altstadt. Wir geniessen die Möglichkeiten, die Bern uns bietet. Ausserdem brauche ich kein Auto, um ins Training zu fahren.

Sie haben in der Schweiz bereits für Chiasso in der 1.Liga gespielt, danach für Bellinzona und jetzt für YB. Wohin führt Sie Ihr Weg noch? Zuerst will ich mit YB Titel gewinnen. Natürlich träume ich auch von einem Vertrag bei einem grossen Klub, in einer starken Liga. Welcher Fussballer tut das nicht? Mich interessiert vor allem die Premier League. Mein Lieblingsteam ist Arsenal London. Der Spielstil in England entspricht mir. Ich bin ein mannschaftsdienlicher Spieler, der alles gibt für den Klub, dessen Trikot er trägt. Der Weg führt aber über YB und die Leistung, die wir als Gruppe erbringen.

Wie beurteilen Sie als Argentinier die Leistungen des Nationalteams unter Trainer Maradona? Die Mannschaft konnte ihr Potenzial zuletzt nicht abrufen. Ob das nur an Maradona liegt, kann ich nicht beurteilen. In der argentinischen Presse wird er jedenfalls stark kritisiert. Als Fussballer ist er für mich dennoch ein Idol. Mit seinen Eskapaden im Privatleben ist er aber kein Vorbild für die jungen Spieler.

In diesem Fall sind Sie froh, ist bei YB Vladimir Petkovic Ihr Trainer und nicht Maradona? (lacht): Petkovic wird jedem gerecht, das ist in einer Mannschaftssportart wichtig. Er ist ein Trainer mit Persönlichkeit, der sich immer verbessern will. In diesem Punkt sind wir uns sehr ähnlich.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch