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Das Gespür für den Ball erlernen

Eine Ferienwoche lang rennen und hüpfen Kinder durch die Worbbodenhalle und werfen sich Bälle zu. Möglicherweise erwächst daraus Handballnachwuchs.

Noe Schneider wirft den Ball seinem Spielpartner zu, im Hintergrund korrigiert der Leiter Manuel Bühler die Wurftechnik der Kinder.
Noe Schneider wirft den Ball seinem Spielpartner zu, im Hintergrund korrigiert der Leiter Manuel Bühler die Wurftechnik der Kinder.
Andreas Blatter

Mit lockerem Schwung wirft Noe Schneider seinem Gegenüber den Ball zu. Erhält ihn postwendend zurück. Hin und her, mit lässiger Bewegung und fast nebenher findet der Ball von Hand zu Hand. Nicht viel anders sieht es aus, wenn sich Elitehandballer für den nächsten Match warmwerfen. Das passt, denn die Kindersportwoche für die gut zwei Dutzend Worber Schülerinnen und Schüler wird von der Stiftung Jugendförderung Berner Handball organisiert.

Freude an der Bewegung

Gegründet wurde die Stiftung von Personen aus dem Umfeld des BSV Bern Muri. Doch wie ein Rekrutierungslager für den Handballsport sieht es in der Worber Sportanlage nicht aus – und so sind die sogenannten Kindercamps auch nicht angelegt. Das würden weder Eltern noch Gemeinde goutieren, zu viel Handball würde auch den Kindern kaum gefallen: «Handball ist technisch und von den Regeln her anforderungsreich, der richtige Umgang mit dem Ball kann die ganz Kleinen überfordern», sagt Patrice Hitz, Geschäftsführer der BSV Bern Muri AG und strategischer Verantwortlicher für die Kindercamps. Diese werden von Kindern zwischen 5 und 12 Jahren besucht.

Stattdessen setze Hitz auf polysportive Aktivitäten: Das fördere die Koordination und sei später in allen Sportarten, auch im Handball, wertvoll. Die Aktivitäten in den Kindercamps sind vielseitig ausgelegt. Die Jüngeren brauchen auch mal eine längere Pause, um sich danach beim friedlichen Raufen um eine Pirateninsel umso vehementer ins Zeug zu legen.

Derweil üben in der anderen Hallenhälfte die etwas Älteren ihr Fluggefühl mit Sprüngen übers Mini-trampolin und zunehmend besser kontrollierten Salti. Eifer und Ehrgeiz sind offensichtlich, aber auch die pure Freude an der Bewegung. «Es ist erstaunlich, wie lange sie an einem Thema dranbleiben», bemerkt Manuel Bühler. Der Bachelor in Sportwissenschaften und J+S-Leiter leitet gemeinsam mit zwei Sportstudenten das Kindercamp. Die Kinder bewegen sich von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr in der Obhut der Jugendtrainer, die Mittagessen sind im Kursgeld von 190 Franken inbegriffen.

25 Sportwochen

Das Angebot der Stiftung Jugendförderung Berner Handball – sie ist auch Trägerin des Projekts für die neue Ballsporthalle in Gümligen – kommt an. Patrice Hitz: «2010 wurde die Stiftung gegründet, dieses Jahr haben wir bereits 10 Sportwochen organisiert, und 2016 sollen es 25 im ganzen Kanton werden.» Nächste Woche finden Kindersportwochen in Zollikofen und, mit der grössten Beteiligung von rund 120 Kindern, in Gümligen statt. Das gibt viel Arbeit. Die wird der frühere Topscorer von BSV und Wacker Thun, Martin Friedli, übernehmen.

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