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Das Gantrischseeli hat wieder genug Wasser

Der tiefe Wasserstand des Bergsees stellte im Sommer die getroffenen Sanierungsmassnahmen infrage. Seither ist der Pegel wieder gestiegen. Dennoch werden Pläne geschmiedet, um den Wasserspiegel zu stabilisieren.

Kein Tümpel mehr: Seit Ende August hat sich der Wasserstand des Gantrischseeli wieder erholt.
Kein Tümpel mehr: Seit Ende August hat sich der Wasserstand des Gantrischseeli wieder erholt.
Peter Mohr/zvg

Ein tristes Bild bot sich den Wanderern, die Ende August zum Gantrischseeli hochstiegen. Das Wasser hatte sich während des Sommers derart weit zurückgezogen, dass das Gewässer eher einem seichten Tümpel als einem Bergsee glich. Dabei waren nur acht Jahre zuvor für rund 100'000 Franken Sanierungsmassnahmen durchgeführt worden, die genau das verhindern sollten. Waren die Anstrengungen also vergebens?

Wieder mehr Wasser im See

Seit August ist der Wasserstand dank ergiebigen Niederschlägen wieder deutlich gestiegen. Für Peter Mohr, Bauverwalter von Rüschegg, steht denn auch fest: «Die baulichen Massnahmen tragen ihren Teil zum Erhalt des Sees bei.» Gegen die Trockenheit der letzten beiden Jahre, die zum Tiefstand geführt hätten, könne man allerdings nichts unternehmen.

Mohr betont, dass in der jüngeren Vergangenheit aussergewöhnliche Bedingungen geherrscht hätten. So sei während dieses Sommers auf der benachbarten Alp Birren zum ersten Mal seit 40 Jahren die Quelle versiegt.

Doch auch das Wetter sei nicht der einzige Einflussfaktor auf den Wasserspiegel. Unveränderlich sei auch das Seebecken, in dessen felsigen Boden das Wasser leicht versickern kann. Die Kritik an den Sanierungsarbeiten, fasst Mohr zusammen, sei letztlich unberechtigt.

Enttäuschte Touristen

Ist also auch in Zukunft mit einem stetig schwankenden Pegel zu rechnen? Hans-Rudolf Segessenmann will sich damit nicht abfinden. Schon 2004 sammelte er als Präsident der Gantrisch-Gemeinschaft Geld, um die erste Sanierung mitzufinanzieren. Dass das Seeli derzeit wieder gut gefüllt ist, habe er durchaus registriert, meint er. Dennoch sehe er weiteren Handlungsbedarf.

Segessenmann will sicherstellen, dass das Gantrischseeli auch im Hochsommer ansprechend aussieht. Denn für viele Besucher, die gerade dann in der Region wanderten, sei der See im Juli und August eine Enttäuschung. «Die Touristen beschweren sich über den Zustand des Sees», berichtet Segessenmann. Tatsächlich sind auch beim Förderverein der Region Gantrisch vereinzelt Stimmen von besorgten Besuchern eingegangen, wie Mediensprecher Patrick Schmed bestätigt.

Um so mehr stört sich Segessenmann daran, dass die Gemeinde Rüschegg bis jetzt nicht aktiv geworden ist. Er habe inzwischen den Eindruck gewonnen, dass diese auch gar nichts unternehmen wolle.

In der Tat ist das Gantrischseeli derzeit kein grosses Thema in Rüschegg. Gemeindepräsident Peter Krähenbühl (FDP) meint, dass neue Sanierungsmassnahmen derzeit nicht diskutiert würden. Wie Peter Mohr verweist auch er auf das Wetter als Ursache für den tiefen Wasserstand im August.

Neue bauliche Massnahmen?

Nun wird Hans-Rudolf Segessenmann auf eigene Faust aktiv. Er habe bereits das Ingenieurbüro Geotest aus Zollikofen beauftragt, Pläne auszuarbeiten, wie der Pegel des Sees stabil gehalten werden könne. Ein möglicher Vorschlag der Spezialisten sehe vor, das Rohr, welches dem See Wasser zuführt, bis ans Ufer zu verlängern. Davon habe man 2004 absehen müssen, weil der Gewässerschutz ausdrücklich verlangte, dass der Zufluss in einem Bachbett ins Seeli fliessen sollte.

Eine andere Möglichkeit würde darin bestehen, das Bachbett mit einer Folie abzudichten, sodass unterwegs nicht zu viel Wasser verloren ginge. Schon nächste Woche könnte Geotest eine Offerte vorlegen. Hans-Rudolf Segessenmann schätzt, dass die Kosten für die neuerlichen Arbeiten rund 40'000 Franken betragen werden. Segessenmann geht davon aus, dank Sponsoren das Geld rasch beisammen zu haben.

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