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Brennende Strassensperren als Reaktion auf Drogenrazzia?

Jugendliche haben in der Nacht auf Sonntag bei der Berner Reitschule mehrere Strassensperren errichtet. Laut einem anonymen Aktivisten, sei dies eine Reaktion auf die Drogenrazzia von letztem Donnerstag gewesen. Beim Einsatz wurden drei Polizisten verletzt.

Die Polizei riegelt nach Tumulten Teile der Schützenmatte vor der Reitschule ab (15.12.2013).
Die Polizei riegelt nach Tumulten Teile der Schützenmatte vor der Reitschule ab (15.12.2013).
Raphael Moser
Polizisten wurden mit Flaschen und Petarden beworfen...
Polizisten wurden mit Flaschen und Petarden beworfen...
Raphael Moser
Drei Polizisten wurden bei den Krawallen verletzt.
Drei Polizisten wurden bei den Krawallen verletzt.
Raphael Moser
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Am Samstagabend um 23.30 Uhr warfen mehrere Personen bei der Schützenmatte Baumaterial auf die Strasse. Die Schützenmattstrasse wurde mit zwei Blockaden versperrt. Unbekannte tränkten das Baumaterial mit Brandbeschleuniger und zündeteten dieses an. Um den Verkehr umzuleiten, die Lage zu klären sowie den Feuerwehreinsatz zu ermöglichen, wurden mehrere Patrouillen der Kantonspolizei Bern zusammengezogen.

Als die Polizisten vor Ort eintrafen, wurden sie umgehend mit zahlreichen Gegenständen, darunter Flaschen, beworfen und mit Feuerwerkskörpern angegriffen, schreibt die Kantonspolizei Bern am Sonntag in einer Medienmitteilung.

Gummischrot und Tränengas

Die Polizei reagierte darauf mit Gummischrot und Tränengas. «Da sich die Randalierer immer wieder in die Reitschule zurückzogen, entschieden sich die Einsatzkräfte zudem, eine Polizeikette auf dem Parkplatz zu errichten», heisst es in der Mitteilun weiter.

Aus Sicherheitsgründen musste vor dem Feuerwehreinsatz die Stromleitung von Bernmobil unterbrochen werden. Während Angehörige der Berufsfeuerwehr Bern den Brand löschten, übernahmen Mitarbeitende des Tiefbauamts nach Beruhigung der Situation die Strassenreinigung. Die Schützenmattstrasse blieb während der gesamten Einsatzdauer, bis kurz vor 3.30 Uhr, für den Verkehr gesperrt. Weiter mussten zeitweise auch die Lorrainebrücke sowie die Neubrückstrasse vor dem Bollwerk gesperrt werden. Neben dem privaten Verkehr waren Linien von Bernmobil betroffen.

Drei Personen kontrolliert, drei Polizisten verletzt

Im Rahmen des Einsatzes wurden drei Personen kontrolliert. Ein Mann, der sich den polizeilichen Anweisungen widersetzte, wurde zur näheren Kontrolle auf eine Wache geführt.

Gemäss aktuellen Erkenntnissen wurden drei Polizisten durch Wurfgegenstände leicht verletzt. Weitere Angaben zu Verletzten liegen der Kantonspolizei Bern derzeit nicht vor. Insbesondere aufgrund der zahlreichen Flaschenwürfe kann nicht ausgeschlossen werden, dass Autos, welche auf der Schützenmatte parkiert waren, beschädigt worden sind.

Eine «symbolische Barrikade gegen Polizeikräfte»

Als Beweggrund zur Erstellung der Barrikaden wird in einem anonym verfassten Beitrag auf dem Internetportal Indymedia die am Donnerstag von der Polizei durchgeführte Drogenrazzia genannt. «Eine solch schikanöse Polizei-Aktion lassen wir nicht auf uns sitzen. Aus diesem Grund haben heute dutzende Menschen symbolisch eine Barrikade gegen Polizeikräfte errichtet», heisst es dort.

Auch die Mediengruppe der Reitschule nahm auf Anfrage von Redaktion Tamedia Stellung zu den Vorfällen: «Die Reitschule kritisiert seit Jahren Polizeieinsätze im Umfeld der Reitschule und insbesondere innerhalb der Reitschule, da diese mitunter der Grund für allfällige spätere Eskalationen sind», schreibt die Mediengruppe in Bezug auf die Drogenkontrolle vom Donnerstag.

Laut der Mediengruppe der Reitschule, sind die Drogenhändler vor der Reithalle lediglich «das letzte Glied in einer langen Kette von Profiteuren aus dem Drogengeschäft» seien. Die Schwarzafrikaner vor der Reitschule dienten somit gemäss Mediengruppe als «Kanonenfutter des Drogenbusiness und sind scheinbar leicht identifizierbare Feindbilder für Strafverfolgungsorgane und Empörungsbewirtschafter».

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