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Bewegung bei den Patiententransporten

Die beiden Patiententransporteure Betax und Mopi wollen künftig zusammenspannen.

Die Allianz solle die Verfügbarkeit und die Qualität der Transporte erhöhen, sagt Betax-Chef Jürg Stampfli.
Die Allianz solle die Verfügbarkeit und die Qualität der Transporte erhöhen, sagt Betax-Chef Jürg Stampfli.
Susanne Keller (Archivbild)

Die Branche der Patiententransporte war in den letzten Jahren bewegt. Mal berichteten Medien, dass Private den teuren Ambulanzen Aufträge wegnehmen, mal ging es darum, dass Taxis Personen transportieren, die in Begleitung von medizinischem Fachpersonal besser aufgehoben wären.

Auch zu den drei grossen privaten Bewerbern in der Region Bern – Betax, Mopi und Easycab – gab es laufend Neuigkeiten: Betax, seit vielen Jahren im Transport von Menschen im Rollstuhl oder mit eingeschränkter Gehfähigkeit tätig, ergänzte ihr Angebot um liegende Verlegungen; Mopi, erst vor knapp fünf Jahren gegründet und auf liegende Patiententransporte spezialisiert, wurde vom dänischen Milliardenkonzern Falck übernommen; und bei Easycab schliesslich stieg zuerst die Spital Simmental-Thun-Saanenland AG ein und danach die Regionalspital Emmental AG, was den beiden Spitälern erlaubte, von einfachen Transporten bis zu Intensivverlegungen alles aus einer Hand anzubieten.

Die drei Anbieter einte der Kampf um Kundschaft in einem Markt, der spätestens seit der Einführung von Fallpauschalen von engen Margen geprägt ist. Ein Stück weit soll sich dies nun ändern: Betax und Mopi spannen im Rahmen einer Allianz zusammen, wie die beiden Unternehmen auf Anfrage bestätigen.

«Wir wollen so die Verfügbarkeit und die Qualität der Patiententransporte erhöhen», sagt Betax-Geschäftsführer Jürg Stampfli. Bei der Disposition, beim Einsatz der Fahrzeuge, im Bereich Aus- und Weiterbildung oder bei der Akquisition möchten Betax und Mopi Synergien entwickeln.

Zusammen gut 50 Fahrzeuge

Bemerkenswert ist, dass die beiden schon kurz nach der Gründung von Mopi eine Allianz testeten – diese aber erst heute, nachdem sie je in den Geschäftsfeldern des anderen grasten, umsetzen. «Es ist an der Zeit zusammenzuspannen, statt sich kaputtzumachen», sagt Mopi-Chef Thomas Moser. Kommt hinzu, dass sich die Falck-Gruppe, die Mopi 2015 übernahm, laut Gerüchten in der Branche wieder aus der Schweiz zurückziehen will.

Tatsächlich liefen Gespräche über die Option, Mopi aus dem dänischen Konzern herauszulösen, bestätigt Moser. Dies sei aber nicht der Grund dafür, sich auf die Partnerschaft mit Betax einzulassen. «Wir waren immer offen für Allianzen. Mit zusammen gut fünfzig Fahrzeugen erreichen Betax und Mopi eine gute Grösse, die es uns erlaubt, in jeder Situation das Patientenwohl ins Zentrum zu stellen.» Betax beschäftigt rund hundert, Mopi ungefähr dreissig Mitarbeitende.

Diskussion über Regeln

Easycab-Chef Kokulan Vivekananthan sagt, er bleibe angesichts der neuen Allianz «cool». Seiner Ansicht nach sei der Umgang in der Branche «familiär», bei den drei grossen privaten Anbietern stehe bei allen das Patientenwohl im Zentrum. Die These, dass Easycab als Spitaltochter von öffentlichen Geldern profitiere, lässt Vivekananthan nicht gelten. Für Leistungen des Spitalpersonals bezahle Easycab den vollen Preis, sagt er. «Unser Vorteil ist einzig, dass wir alles unter einem Dach vereinen.»

Derweil wollen Betax und Mopi ihre gebündelten Kräfte auch dafür nutzen, sich in die Debatte um Standards für ihr – weitgehend ungeregeltes – Gewerbe einzubringen. Dabei werden sie zwei Fronten im Auge halten müssen: Sind die Regeln zu lasch, können verstärkt Billiganbieter ohne medizinisches Fachpersonal mitmischen; sind sie zu streng, kommen für gewisse Fahrten, die heute Betax oder Mopi übernehmen, nur noch Ambulanzen infrage. Der Markt dürfte in Bewegung bleiben.

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