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Brand in Bethlehem der schlimmste seit Jahren

Am Samstagabend brannte es im Dachstock dreier Wohnblocks in Bern-Bethlehem. Verletzt wurde niemand. Die 28 Wohnungen sind aber bis auf weiteres nicht bewohnbar.

Am Samstagabend hing dichter Rauch über Bethlehem.

Am Sonntagnachmittag sind bei den drei aneinandergebauten Wohnblocks an der Looslistrasse 31, 33 und 35 in Bern-Bethlehem keine Einsatzkräfte mehr zu sehen. Aber die Polizei hat den Zugang zu den drei Eingängen ab­gesperrt. Es riecht noch leicht nach Verbranntem. Beim Haus kommen immer wieder Mieter vorbei, die sich persönlich ein Bild von der Zerstörung machen wollen. Eine junge Frau weint, als sie die Schäden sieht. Auch ein paar Quartierbewohner bauen die Looslistrasse in ihren Sonntagsspaziergang ein und schauen sich die Schäden an.

Am Samstagabend (2.6.2018) brannte an der Looslistrasse in Bern-Bethlehem ein Mehrfamilienhaus.
Am Samstagabend (2.6.2018) brannte an der Looslistrasse in Bern-Bethlehem ein Mehrfamilienhaus.
Susanne Keller
Am Freitag gab die Kantonspolizei die Brandursache bekannt: Das Feuer wurde von heisser Kohle oder Asche, die in einem Kehrichtsack befand, ausgelöst.
Am Freitag gab die Kantonspolizei die Brandursache bekannt: Das Feuer wurde von heisser Kohle oder Asche, die in einem Kehrichtsack befand, ausgelöst.
Susanne Keller
Und war von weithin sichtbar.
Und war von weithin sichtbar.
Leserreporter
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Die Dächer des rosafarbenen Wohnblocks bieten ein Bild der Verwüstung. Auf dem Dachabschnitt der Nummer 31 sind keine Ziegel mehr zu sehen, auf dem Dach der Nummern 33 und 35 sind nur ein paar Quadratmeter der Abdeckung einigermassen intakt geblieben. Ansonsten hat der Brand vom Samstagabend die Dachkonstruktion so stark zerstört, dass die Ziegel ins Innere des Gebäudes gefallen sind. Nur einzelne Ziegel stürzten vor das Gebäude.

Es war wohl der grösste Brand in der Stadt Bern seit einigen ­Jahren. Immerhin: Verletzte Personen sind keine zu beklagen, und vermisst wird niemand. Die Brandursache ist unklar. Mitarbeitende des Dezernats Brände und Explosionen der Kantonspolizei Bern haben Ermittlungen aufgenommen.

Meterhohe Flammen

Videobilder der BZ-Leserreporterin Isabelle Berger zeigen, mit welcher Kraft das Feuer in den Dachstöcken der drei aneinandergebauten Wohnblocks ge­wütet hat. Sie ist am Samstagabend zu Besuch bei ihrer Schwester, als sie um etwa 20 Uhr sehen, wie vom Dachstock des benachbarten Wohnblocks Rauch aufsteigt.

Isabelle Berger rennt los, runter auf die Strasse. Dort trifft sie auf weitere Nachbarn, die das Feuer auch bemerkt haben. Alle rufen durcheinander, ver­suchen die Bewohner des Wohnhauses zu warnen. Dann trifft der erste Löschzug ein. Isabelle Berger beginnt danach, den Brand zu filmen.

Der Schock in Mailand

Am Sonntagnachmittag kommt auch Dominik Boller an die Looslistrasse. Der 25-jährige Softwareentwickler hat an der Nummer 31 im Dachstock eine Wohnung gemietet und traf erst am Sonntagmorgen in Bern ein. «Ich war am Samstagabend in Mailand und erhielt plötzlich eine Nachricht von einem Kollgen», erzählt er einigermassen gefasst. «Er fragte mich, ob es bei mir brenne. Ich verstand nicht, was er meinte. Dann sagte mein Kollege weiter, die Rauchentwicklung sei sehr stark, es könne sich auch um eine andere Wohnung handeln. Doch dann schickte er mir ein Video, und mir wurde sofort klar, dass es bei mir zu Hause brannte», ­erzählt Dominik Boller weiter. Seine Möbel, seine Kleider, ein Firmencomputer und sein Militärmaterial: Alles wurde ein Raub der Flammen. Einzig sein Reisegepäck ist ihm geblieben.

Mieter können nicht zurück

Die betroffenen Mieter wurden entweder in Hotels oder bei Familienangehörigen sowie Freunden untergebracht. Dabei wurden sie von der Vermieterin und der Obdachlosenverantwortlichen der Stadt Bern unterstützt. Die Sanitätspolizei betrieb eine Hilfsstelle, in welcher sie 55 Personen betreute.

Bis auf weiteres können die 28 Mietparteien, die aus zehn Nationen stammen, nicht in ihre Wohnungen zurück. Zuerst muss untersucht werden, ob die Baustatik intakt ist. Die Hausver­waltung liess am Sonntagnachmittag die Schlösser der Wohnungen auswechseln.

Zur Schadenbilanz am Ge­bäude lässt sich sagen, dass die Dachwohnungen komplett ein Raub der Flammen wurden. Die Wohnungen in den unteren drei Stockwerken blieben dagegen vom Feuer verschont. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Wasserschäden entstanden sind.

70 Feuerwehrleute im Einsatz

Die Meldung bei der Feuerwehr ging am Samstagabend um etwa 20 Uhr ein. Die Spezialisten brauchten bis etwa um 22 Uhr, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Dabei gelang es ihnen auch, zu verhindern, dass die Flammen auf einen leicht versetzt liegenden Wohnblock übergreifen konnten. Bis zum Sonntagmorgen um 7.30 Uhr überwachte eine Brandwache das ­Gebäude. Laut Feuerwehrsprecher Franz Märki standen siebzig Feuerwehrleute im Einsatz.

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