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Berner wünschen sich Erhalt des Marzili-Charmes

Das Berner Freibad Marzili soll seinen Charme behalten, auch wenn wesentliche Teile der Anlage saniert werden müssen. Das hat eine im Sommer durchgeführte Besucherbefragung ergeben. Gewünscht wurden auch mehr Schattenplätze, Duschen und Toiletten.

Der freie Eintritt und den Erhalt des Charmes ist den Marzili-Gängern am wichtigsten.
Der freie Eintritt und den Erhalt des Charmes ist den Marzili-Gängern am wichtigsten.
Adrian Moser, Keystone

Die geplante Sanierung hatte bereits im Sommer hohe Wellen geworfen, weil Frauen befürchteten, dass ihr eigenes Abteil, das sogenannte Paradiesli, der Sanierung zum Opfer fallen könnte. Die Stadt Bern besänftigte die Gemüter, indem sie versprach, das Paradiesli weiterbestehen zu lassen.

Die «Paradiesli»-Besucherinnen können aufatmen: Das Frauenabteil im Marzili bleibt erhalten.
Die «Paradiesli»-Besucherinnen können aufatmen: Das Frauenabteil im Marzili bleibt erhalten.
Franziska Rothenbühler
«Eintritt nur für Frauen»: Das soll auch nach der Sanierung des Freibads so bleiben.
«Eintritt nur für Frauen»: Das soll auch nach der Sanierung des Freibads so bleiben.
Adrian Moser
Im Paradiesli sind Männerblicke und Kinderlärm weit weg.
Im Paradiesli sind Männerblicke und Kinderlärm weit weg.
Adrian Moser
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Unterdessen hat die Stadt die Umfragen der Partizipation und eines Workshops ausgewertet und in einem Schlussbericht zusammengefasst. Insgesamt haben sich 1200 Personen an der Umfrage beteiligt. Aus dem Bericht geht klar der Wunsch der Badegäste hervor, dass der Charme des Freibads erhalten bleiben soll. Auch der freie Eintritt soll weiterhin gelten.

Weitere Wünsche sind mehr Schwimmbahnen und ein attraktiveres Kinderschwimmbecken, mehr Schattenplätze und Duschen sowie Toilettenanlagen, wie die Stadtberner Präsidialdirektion am Mittwoch mitteilte.

Dass es weiterhin Rückzugsmöglichkeiten geben soll, ist unbestritten. Über deren Ausgestaltung ergab sich aber kein einheitliches Bild, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht.

Aarelauf teilt die Meinungen

Unterschiedlich aufgenommen wurde die Idee, den alten Aarelauf wieder zu öffnen. Bis Ende der 1960-er Jahre war der sogenannte «Löifu» durchs Marzili geflossen und hatte dem Freibad den Charakter einer Insel verliehen.

Ein neuer «Löifu» würde die ohnehin an Spitzentagen als knapp empfundene Liegefläche verringern, wurde ins Feld geführt. Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis wurde angezweifelt. Für den «Löifu» sprach hingegen die zusätzliche Attraktivitätssteigerung des Freibads.

Nächste Schritte

Verschiedene Planungsteams werden nun im Rahmen eines Studienauftrags ein Projekt zur Erneuerung des Freibads ausarbeiten. Anders als bei einem Architekturwettbewerb findet bei einem Studienauftrag eine Zwischenbesprechung mit den Teams statt. Der Schlussbericht zur Befragung der Badegäste dient den Planern als Grundlage ihrer Arbeit.

Das Siegerprojekt aus dem Studienauftrag will die Stadt voraussichtlich im Frühling 2021 der Öffentlichkeit präsentieren. Die Sanierungsarbeiten sollen 2024 starten. Das Marzili ist Berns bekanntestes Freibad. Es bietet direkte Sicht auf das 300 Meter entfernte Bundeshaus.

SDA/sih

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