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Berner SVP feiert ihre Entstehung vor 100 Jahren

Vor genau hundert Jahren wurde im Bierhübeli die Berner SVP gegründet. Die Partei feiert ihr Jubiläum während eines Jahres.

Das heutige Logo der SVP.
Das heutige Logo der SVP.
Keystone

Im heutigen Berner Eventlokal Bierhübeli hat am 24. November 1917 die Geschichte der SVP des Kantons Bern begonnen. Der spätere Bundesrat Rudolf Minger hielt dort eine legendär gewordene Rede. Nun feiert die bernische SVP ein Jahr lang dieses Jubiläum.

An den Neujahrsapéros der Ortssektionen lanciert die Partei ein 100-Jahre-SVP-Bier, wie die Parteispitze am Freitag an einer Medienkonferenz in Bern bekanntgab. Im Februar stellt sie einen Jubiläums-Film ins Internet. Und vor allem feiert sie am 10. März das öffentliches Parteifest «100 Jahre SVP Kanton Bern».

Die beiden SVP-Bundesräte Ueli Maurer und Guy Parmelin werden auftreten, eine Kavallerie-Bereitermusik aufspielen, eine Steelband für Stimmung und Satiriker Andreas Thiel für Unterhaltung sorgen. Das Fest findet in Schüpfen statt - wo Rudolf Minger lebte.

Auch Alt-Bundesrat Christoph Blocher ist eingeladen, wie der Präsident der SVP Kanton Bern, Werner Salzmann, vor den Medien sagte. Das Jubiläumsjahr endet im Oktober 2018 mit Festivitäten der 100-jährigen Ortsparteien.

Vom Redetext abgewichen

Am 24. Novemer 1917 sollte Minger im Bierhübeli eigentlich über das Thema «Die wirtschaftliche Lage unseres Landes mit besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft» sprechen, wie Salzmann ausführte.

Minger wich aber vom Redetext ab und regte stattdessen die Gründung einer neuen Partei an, einer Partei der Bauern und des Landvolks. Zudem forderte er die Ablösung des Majorz- durch das Proporzsystem bei den Nationalratswahlen.

Sein Urgrossonkel habe eben ein Gespür gehabt für das, was den Leuten unter den Nägeln brenne, sagte Salzmann vor den Medien. Das zeichne die SVP auch heute immer noch aus.

Ein Jahr nach der Bierhübeli-Rede kam es tatsächlich zur Gründung der bernischen Bauern- und Bürgerpartei, die später zur Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) wurde. Sie ist die Vorläuferin der heutigen bernischen SVP. Auch die Schweizerische SVP sieht einen Teil ihrer Wurzeln bei der Berner BGB und in der Bierhübeli-Rede.

Salzmann sagte am Freitag, mit der BGB sei die Partei von einer Landpartei zu jener Mittelstandspartei geworden, die sie heute noch sei.

Der Berner SVP-Regierungsrat Christoph Neuhaus stellte an der Medienkonferenz Mingers «Bodenhaftung» in den Vordergrund. Die Fraktionschefin der SVP im Grossen Rat, Madeleine Amstutz, sprach von der früher wie heute vorhandenen Diskussionskultur in der bernischen SVP.

SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg sagte, die SVP müsse weiterhin Bestehendes hinterfragen. Der Kanton Bern habe noch «ein grosses Potenzial nach oben», etwa bei der Bürgernähe, bei der Förderung des unternehmerischen Spielraums und bei der Steuerlast.

Ziel: bürgerlicher Kanton Bern

Vor vier Berner- respektive Schweizerfahnen und einem Ölgemälde von Rudolf Minger stellte Salzmann auch die Visionen der bernischen SVP für die kommenden hundert Jahre vor. Ziel müsse sein, dass der Kanton Bern nicht mehr vom nationalen Finanzausgleich abhänge und für seine Firmen ebenso bekannt sei wie für seine Lebensqualität.

Salzmann erhofft sich auch einen klar bürgerlichen Kanton Bern, der «so den Bürgerinnen und Bürgern Freiheit und Sicherheit garantiert». Der Berner SVP-Präsident sieht seine Partei in einer Führungsrolle der bürgerlichen Politik in Stadt und Land und strebt eine «angemessene» Vertretung in den Exekutiven an.

SDA/nik

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