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Berner Firmen sind ein bisschen frauenfreundlicher

In Bern besetzen mehr Frauen Toppositionen in der Wirtschaft als im Schweizer Durchschnitt.

Monika Ribar ist Präsidentin der SBB. Der Frauenanteil in Verwaltungsräten steigt. Foto: Philipp Rohner
Monika Ribar ist Präsidentin der SBB. Der Frauenanteil in Verwaltungsräten steigt. Foto: Philipp Rohner

BKW-Chefin Suzanne Thoma und SBB-Präsidentin Monika Ribar gehören zu den wenigen Frauen an der Spitze von grossen Unternehmen mit Sitz im Kanton Bern. Der Frauenanteil bei 19 untersuchten Berner Firmen ist in Geschäftsleitung und Verwaltungsrat insgesamt aber leicht höher als im Schweizer Durchschnitt. Dies zeigt eine Auswertung, welche die Kadervermittlungsfirma Guido Schilling zum heutigen Internationalen Frauentag für diese Zeitung erstellt hat.

Bei den 126 erfassten Schweizer Unternehmen sind 19 Prozent der Verwaltungsratssitze von einer Frau besetzt und 10 Prozent der Posten in der Geschäftsleitung. Bei den Berner Firmen liegen die Frauenanteile bei 23 Prozent im Verwaltungsrat und 13 Prozent in der Geschäftsleitung. Die Liste der Berner Unternehmen reicht von der Kantonalbank über den Agrarkonzern Fenaco und die Versicherung Mobiliar bis zum Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed.

Erfasst sind Firmen, die auch die Frauenanteile im mittleren Management offenlegen, damit die längerfristigen Karrierechancen der Frauen beurteilt werden können. Denn zwei Drittel der Vakanzen in den Geschäftsleitungen werden intern besetzt. Im mittleren Management sind die Berner Unternehmen mit einem Frauenanteil von 17 Prozent gegenüber dem Schweizer Schnitt von 24 Prozent aber im Rückstand.

Frauenanteil um 7 Prozent angestiegen

Der höhere Frauenanteil auf der Teppichetage bei Berner Firmen lässt sich zum Teil damit erklären, dass einige vom Bund kontrolliert und beeinflusst werden. Schliesslich drängt der Bundesrat darauf, dass im Verwaltungsrat von grossen Unternehmen jedes Geschlecht zu mindestens 30 Prozent vertreten ist, in der Geschäftsleitung zu mindestens 20 Prozent.

Die bundesnahen Konzerne Post, Ruag, SBB, SRG und Swisscom sind mit ihren Verwaltungsräten auf Kurs: Der Frauenanteil ist seit der letzten Erhebung im Jahr 2017 von 25 auf 32 Prozent gestiegen. In den Geschäftsleitungen stieg der Anteil zwar von 10 auf 12 Prozent, er liegt aber klar unter dem Zielwert. Guido Schilling sagt: «Ein ausgewogener Gender-Mix in den Geschäftsleitungen bleibt ein Generationenprojekt. Wir können dem Thema in Zeiten von Fachkräftemangel und abflachender Migration nicht genügend Aufmerksamkeit schenken.»

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