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Berner Architekten bauen neue Bernexpo-Halle

Die Tage der Berner Festhalle sind gezählt. Voraussichtlich in fünf Jahren soll die Multifunktionshalle «BEmotion Base» der Berner Architekturbüros Matti Ragaz Hitz AG und IAAG Architekten AG eröffnet werden.

So sieht die neue Festhalle aus.

Die Rolling Stones, die Bee Gees, Eros Ramazzotti, Iron Maiden, Polo Hofer und viele mehr traten schon in der altehrwürdigen Festhalle auf. Daneben ist sie fester Bestandteil der alljährlichen BEA und anderer Messen sowie Austragungsort des Barstreet-Festivals, das ab dem 12. Januar 2018 zum 20. Mal über die Bühne gehen wird.Die Tage der Festhalle sind aber gezählt.

«Sie ist 60 Jahre alt und in der heutigen Form aus energietechnischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht mehr nutzbar. Dies bemängeln auch die externen Veranstalter», sagt Franziska von Weis­senfluh, Verwaltungsratspräsidentin der Bernexpo Groupe. «Wir brauchen dringend eine neue Halle, damit wir im nationalen Standortwettbewerb weiterhin eine Chance haben.»

Freuen sich auf die neue Halle: Franziska von Weissenfluh (VR-Präsidentin Bernexpo Groupe) mit den Architekten Silvio Ragaz (Mitte) und Andreas Stebler. Bild: Beat Mathys
Freuen sich auf die neue Halle: Franziska von Weissenfluh (VR-Präsidentin Bernexpo Groupe) mit den Architekten Silvio Ragaz (Mitte) und Andreas Stebler. Bild: Beat Mathys

Jetzt nimmt die Planung der Multifunktionshalle mit dem Namen «BEmotion Base» Gestalt an. Ein breit abgestütztes Preisgericht hat sich beim Projektwettbewerb einstimmig für die Eingabe der Berner Architekturbüros Matti Ragaz Hitz AG und IAAG Architekten AG entschieden.

Neues Gesicht für Bernexpo

Ursprünglich wurden beim offenen Wettbewerb 57 Projekte aus der ganzen Schweiz eingereicht. Schliesslich kamen 19 Eingaben in die engere Wahl. Das siegreiche Berner Planungsteam schlägt vor, die Festhalle durch zwei Baukörper, welche die beiden Hauptfunktionen Kongresszentrum und Multifunktionshalle aufnehmen, zu ersetzen. Mit der neuen Halle werde man Events und jegliche Art von Veranstaltungen ganz anders inszenieren können, sagt Franziska von Weissenfluh.

«Die beiden Hauptnutzungen Multifunktionshalle und Kongress sind beim Siegerprojekt einzeln und getrennt nutzbar, können aber auch miteinander in fast beliebiger Form kombiniert genutzt werden.» Besonders gut gefällt der Jury der grosse und einladende Eingangsbereich. Dazu sagt Architekt Roland Hitz: «Wenn man heute an der BEA-Eröffnung beim Guisanplatz ankommt, sieht man Absperrgitter, dahinter die alte Festhalle – und weit hinten den Eingang zur Haupthalle. Es war uns wichtig, der Bernexpo am richtigen Ort ein Gesicht zu geben – nämlich vorne beim Guisanplatz.»

«BEmotion Base»: So schaut die neue Halle auf dem Bernexpo-Gelände aus. Die Tramhaltestelle könnte an die Papiermühlestrasse (links im Bild) verschoben werden. zvg
«BEmotion Base»: So schaut die neue Halle auf dem Bernexpo-Gelände aus. Die Tramhaltestelle könnte an die Papiermühlestrasse (links im Bild) verschoben werden. zvg

Die Finanzierung ist gesichert

Auswirkungen dürfte der Neubau auch auf Bernmobil haben. Die Architekten schlagen nämlich die Verlegung der Tramhaltestelle vom Guisanplatz zur Papiermühlestrasse vor. Damit könnte die Kreuzung entlastet werden (siehe Kasten).

Für die Gesamtkosten der «BEmotion Base» sind 80 Millionen Franken budgetiert. Das Finanzierungskonzept steht seit 2014 und ist mit den Partnern der öffentlichen Hand abgesprochen. Es sei vorgesehen, dass sich die Stadt und der Kanton mit je einem A-fonds-perdu-Beitrag und einem Darlehen beteiligen. Die Stimmbürger der Stadt Bern werden über die Mitfinanzierung von 15 Millionen Franken voraussichtlich im Herbst 2019 abstimmen. Auch die Burgergemeinde wird sich voraussichtlich am Projekt beteiligen.

Festhalle ist «erhaltenswert»

Die neue Multifunktionshalle soll bei Konzerten maximal 9000 Personen Platz bieten. Die Fläche beträgt rund 9600 Quadratmeter, das entspricht etwa eineinhalb Fussballfeldern.

Die Festhalle ist noch als erhaltenswertes Objekt eingestuft. Ein Abbruch ist nach Baurecht aber zulässig, wenn die Erhaltung unverhältnismässig ist und die Halle durch ein gestalterisch ebenbürtiges Objekt ersetzt wird. Der Baubeginn für die neue Halle ist für 2020 vorgesehen. Eröffnet wird die «BEmotion Base» frühestens 2022.

Ausstellung:Sämtliche 19 Projekte werden bis zum 3. Dezember auf der Galerie in der Festhalle aus­gestellt. Die Ausstellung ist jeweils von 11 bis 15 Uhr geöffnet (am 29. November bleibt sie geschlossen).

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