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Bereits wird zur Probe gekocht

Der Sunnehof kann am Freitag eröffnet werden. Bevor die ersten Bewohner ins Seniorenzentrum einziehen, übt das Personal die Abläufe. Heimleiterin Kathrin Lüthi war schon dabei, als im Gemeinderat die ersten Ideen gewälzt wurden.

Kathrin Lüthi leitet das neue Seniorenzentrum. Sie bringt 25 Jahre Erfahrung aus der Langzeitpflege mit.
Kathrin Lüthi leitet das neue Seniorenzentrum. Sie bringt 25 Jahre Erfahrung aus der Langzeitpflege mit.
Thomas Peter
Die Umgebung des Sunnehof konnte grosszügig gestaltet werden.
Die Umgebung des Sunnehof konnte grosszügig gestaltet werden.
Thomas Peter
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Für Kathrin Lüthi liegt der Arbeitsplatz seit August quasi vor der Haustür. Statt für ihren bisherigen Arbeitgeber Alterswohneinrichtungen in der ganzen Schweiz zu besuchen, ist sie nun von der Hauptstrasse in Rohrbach zu Fuss rasch auf der Allmend. Dort leitet sie das neue Seniorenzentrum Sonnenhof. Am kommenden Freitag ist deshalb ihr grosser Tag: Dann wird der Neubau eröffnet und kann besichtigt werden. Gleichzeitig stehen auch Eigentumswohnungen offen. Die Mietwohnungen hingegen sind bereits vollständig vergeben. Insgesamt realisiert Investorin Bonainvest 28 Wohnungen und 20 Pflegezimmer.

Doch nicht nur wegen des kurzen Arbeitsweges gerät Kathrin Lüthi ins Schwärmen. Mit Begeisterung führt sie durch den Speisesaal und das Sitzungszimmer, das auch dem Dorf und den Vereinen zur Verfügung stehen soll, dann hoch zu den Zimmern im Obergeschoss, deren Bewohner sich in einem zentralen Aufenthaltsraum treffen können. Wieder im Erdgeschoss, öffnet sie die Tür zum Badezimmer und knipst das Licht an. Keine gewöhnliche Lampe, sondern eine leuchtende Wand mit einer Fotografie von Rohrbach.

Der Garten von Marie Jost

Allerdings muss man im Sunnehof nicht baden, um sich an schöner Landschaft zu erbauen. Es ­genügt ein Blick in den Garten. Rundwege führen durch die Umgebung und insbesondere um einen Weiher, in den ein kleiner Wasserfall plätschert. Frisch gepflanzte Bäume lassen die Zeit wieder aufleben, als die Örtlichkeit nicht nur Eichmatt hiess, sondern wirklich eine war. Neben Eichen wurden allerdings auch Ahorne ausgewählt, wie der Mitarbeiter der Gartenbaufirma erklärt, der in diesen Tagen vor dem Bezug noch an der Umgebung arbeitet.

Möglich wurde die grosszügige Gestaltung des Areals dank des Legats Marie Jost, das Einwohner- und Kirchgemeinde Rohrbach gemeinsam verwalteten. Gemäss Alain Benz, Kommunikationsverantwortlicher von Bonainvest, wurde es vor allem eingesetzt, um die Umgebung im Sinn eines «Marie-Jost-Gartens» aufwendig zu gestalten, unter anderem mit Ruhebänken, Hochbeeten, rutschsicheren Wegbe­lägen und einer hochwertigen ­Bepflanzung des Wasserretensionsbeckens.

Bereits im Einsatz

Nicht nur Bauarbeiter bevölkern den Sunnehof in diesen Tagen. Auch die 20 künftigen Mitarbeitenden sind stundenweise zugegen, um sich auf den Einzug der ersten Bewohner vorzubereiten. Die Bedingungen von Casalife für den Start des Heims seien grosszügig, betont Kathrin Lüthi, die Erfahrungen aus über 25 Jahren in der Langzeitpflege mitbringt.

«Wir wollen uns als neuer Player etablieren.»

Martin Lohr, Geschäftsführer Casalife Services AG

Casalife wurde von der Investorin Bonainvest ins Leben gerufen, weil sich für das Seniorenzentrum in Rohrbach kein geeigneter Betreiber fand. Gemäss Geschäftsführer Martin Lohr sind ihre Verantwortlichen überzeugt, dass sich kleine Alters- und Pflegeinstitutionen rentabel betreiben lassen, wenn gewisse Bereiche ausgelagert und gemeinsam betrieben werden. «Hier wollen wir uns als neuer Player etablieren.»

Der Langenthaler Anwalt Markus Meyer, der auch im Ver­waltungsrat von Bonainvest sitzt, ist bei Casalife Präsident des ­Verwaltungsrates, Bonainvest-Gründer und -Verwaltungsratspräsident Ivo Bracher ist Mitglied des Casalife-Verwaltungsrates. Die beiden Gesellschaften sind jedoch unabhängig voneinander.

Vorsichtig beginnen

Wo die «zentralen Dienste» wie Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung angesiedelt werden, ist noch offen. Martin Lohr operiert gegenwärtig von Unteräge­ri ZG aus. Denkbar sei auch, dass einzelne Betriebe für andere Dienstleistungen erbringen. Soweit ist man jedoch noch nicht. Gegenwärtig ist Rohrbach der einzige Casalife-Betrieb. «Wir starten nicht nur im Seniorenzentrum Sunnehof bewusst vorsichtig, sondern auch im Gesamten», erklärt Martin Lohr. Ebenso klar ist allerdings, dass das Konzept von Casalife nur aufgeht, wenn weitere Betriebe akquiriert werden können.

Vorsichtig zu beginnen heisst zum Beispiel, dass im Sunnehof erst die Hälfte der Pflegezimmer vergeben sind. Oder dass, bevor ab 1. Oktober die ersten Bewohner eintreten, bereits ein Waschtag eins zu eins durchgeführt wird. Oder schon einmal probegekocht wird.

Die neue Heimleiterin mag ­bisher beruflich in der ganzen Schweiz unterwegs gewesen sein, das Reifen der Idee zum Heim vor ihrer Haustür hat sie stets mit Interesse verfolgt. So gehörte sie bis vor neun Jahren dem Gemeinderat an. Bereits damals, erinnert sie sich, seien dank des Legats Marie Jost Ideen dazu verfolgt worden. Bis der heutige Standort und das aktuelle Projekt gefunden waren, brauchte es aber seine Zeit. «Um so schöner ist es nun für mich, dass ich meine Berufserfahrung hier direkt vor meiner Haustür einbringen kann.»

Eröffnung und freie Besichtigung: Freitag, 29. September, 18 bis 21 Uhr.

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