Zum Hauptinhalt springen

Belp will nach innen und oben wachsen

Mit Verdichtung nach innen will die ­Gemeinde das angestrebte Wachstum bewältigen. Auch auf Neueinzonungen will sie nicht ganz verzichten.

«Ich glaube daran, dass Belp attraktiv bleibt», sagt Gemeindepräsident Benjamin Marti.
«Ich glaube daran, dass Belp attraktiv bleibt», sagt Gemeindepräsident Benjamin Marti.
Andreas Blatter

Bis 2040 soll die Gemeinde Belp jährlich um 70 Einwohner wachsen. Am Ende wären das 15 Prozent oder 1750 Personen mehr als heute und total 13'400 Einwohner. Um dieses Wachstum zu ermöglichen, müssen bis 2035 rund 850 neue Wohnungen gebaut werden.

Mit einer Ortsplanungsrevision will die Gemeinde nun die planerischen Grundlagen schaffen. Noch bis zum 28. Mai läuft eine Mitwirkung. Von Berichten über hohe Leerwohnungsbestände und ungenutzte Gewerbeflächen lässt sich Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP) nicht beirren. «Ich glaube daran, dass Belp attraktiv bleibt», sagte er am Montag vor den Medien. «Unsere Lage ist gut.»

Zahlreiche Möglichkeiten

Das Zauberwort heisst auch in Belp «Siedlungsentwicklung nach innen», was Marti sehr begrüsst. Jeder Ort müsse erneuert werden, denn wo keine Erneuerung stattfinde, verliere ein Ort an Qualität und schliesslich an Einwohnern.

Eines der Verdichtungsgebiete ist die Schafmatt. «Hier haben die Grundeigentümer vorgeschlagen, wie man das Areal entwickeln könnte», sagte Thomas Federli von der Firma Ecoptima, die die Ortsplanung fachlich begleitet.

Auch bei anderen Gebieten deckten sich die Interessen von Eigentümern mit dem Verdichtungspotenzial. Insgesamt hat die Gemeinde zehn kurzfristige und über ein Dutzend längerfristige Verdichtungsgebiete ausgemacht. Das Baureglement wird angepasst. Zum Beispiel wird bei Regelbauzonen auf eine Ausnützungsziffer verzichtet, Grenzabstände werden tendenziell verkleinert, die Kernzone wird von drei auf vier Geschosse erweitert.

Abgelaufen ist hingegen die Zeit für grossflächige Einzonungen. 19,1 Hektaren beträgt das Kontingent für Neueinzonungen gemäss dem kantonalen Richtplan zwar. Das sei aber nicht mehr kompatibel mit der Baugesetzgebung, wonach eingezonte Fruchtfolgeflächen kompensiert werden müssen. «Belp ist umschlossen von Fruchtfolgeflächen», sagte Federli.

Ganz will die Gemeinde allerdings nicht auf Einzonungen verzichten, 4,5 Hektaren hat sie im Visier. Mit den Arealen Mur­acher, Ankenmatt-West sowie Traube stünden drei «vernünftige» Gebiete für eine Siedlungserweiterung bereit, so Federli. Nach dem anfänglichen Widerstand seitens des Kantons sehe es nun gut aus.

Zwei Wermutstropfen bleiben für Gemeindepräsident Marti jedoch. Zum einen ist auf dem Belpberg keine Siedlungserweiterung möglich. Bei der Fusion 2012 sei als Argument aufgeführt worden, dass auf dem Belpberg noch Einfamilienhäuser gebaut werden könnten. Mittlerweile ist das aber auch auf dem Hügel nicht mehr möglich. Der fehlende Anschluss an den öffentlichen Verkehr verunmöglicht eine Entwicklung.

Zum anderen kommt die angestrebte Arbeitszone in der Viehweid nicht voran. Die politischen Hürden sind zu hoch.

Keine neuen Strassen

Auch der Verkehr ist bei der Ortsplanungsrevision ein Thema – er soll aber kein Politikum werden, sagt Marti. Er stellt klar: «Wir wollen das Wachstum mit dem bestehenden Strassennetz bewältigen.» Das heisst: Der Langsamverkehr solle attraktiver werden, so Bauverwalter Göri Cla­vuot, das Umsteigen vom Auto auf den öffentlichen Verkehr gefördert werden.

Informationsanlass: Dienstag, 19.30 Uhr, Dorfzentrum Belp.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch