Zum Hauptinhalt springen

Behinderte pochen auf rollstuhlgängigen Bärenpark – trotz Millionenkosten

Die Behindertenkonferenz Stadt und Region Bern (BRB) kämpft weiter für einen diskriminierungsfreien Zugang zum Bärenpark. Der Bau eines Hanglifts sei nicht zu viel verlangt, betonten BRB-Vertreter am Donnerstag.

Die Behindertenkonferenz Stadt und Region Bern (BRB)verlangt einen rollstuhlgängigen Bärenpark.
Die Behindertenkonferenz Stadt und Region Bern (BRB)verlangt einen rollstuhlgängigen Bärenpark.
Urs Baumann

Die Stadtbauten Bern sollten deshalb auf ihren Entscheid zurückkommen, forderte Cornelia Nater vom BRB-Vorstand an einer Medienorientierung vor Ort. Mindestens zwei Millionen Franken würde der Bau nach jüngsten Schätzungen kosten.

«Natürlich wäre der Lift wohl massiv günstiger gewesen, hätte man ihn im Rahmen des Gesamtbaus erstellt», sagte Nater. Doch es sei nicht Fehler der Behindertenorganisationen, dass man den Behindertenzugang zum Bärenpark bislang aufgeschoben habe.

Dabei sei der gleichberechtigte Zugang zur Anlage keineswegs eine Zwängerei, sondern vielmehr ein begründeter Anspruch, betonte BRB-Geschäftsleiter Herbert Bichsel mit Verweis aufs Behindertengleichstellungsgesetz. Er demonstrierte vor Ort, wie tückisch die Verhältnisse heute für Rollstuhlfahrende sind.

So sind Stufen von mehr als 3 Zentimeter nicht überwindbar, Rampen mit einem Gefälle von über 6 Prozent auch nicht. Bodenbeläge wie Pflastersteine und Kies stellen die Menschen im Rollstuhl ebenfalls vor unlösbare Probleme.

Eine überzeugende Alternative zum Schräglift gibt es aus Sicht der BRB nicht. So ist auch ihr klar, dass ein Senkrecht-Lift am Nydegg-Brückenbogen an der Denkmalpflege scheitern dürfte. Dazu kämen allerlei praktische Probleme.

Alternative «bringt nichts»

Nichts wissen will die BRB auch vom Plan B, der jetzt von den Stadtbauten forciert wird: Zusätzliche Behindertenparkplätze am Klösterlistutz, verbesserte Verbindung vom Klösterli-Areal zum Uferweg und Bau eines einfachen Behindertenlifts entlang der bestehenden Metalltreppe beim Bärenbad.

Dieses Projekt hält Bichsel nicht für sinnvoll, weil der steile Klösterlistutz mit einem Handrollstuhl gar nicht befahrbar sei. Ein Elektrorollstuhl helfe auch nicht weiter, denn hier drohe der Fahrer vorüber zu kippen.

Sollten die Stadtbauten und der Gemeinderat ihre Haltung nicht überdenken, will die BRB eine Klage gestützt auf das Behindertengleichstellungsgesetz prüfen. Dass es so weit kommt, scheint auf der Hand zu liegen, denn die Vertreter der Stadt zeigten sich am Donnerstag unbeirrt.

«Unkalkulierbare Risiken»

So verteidigte Matthias Haag als Chef der Stadtbauten den Entscheid gegen den Schräglift, der wegen des heiklen Baugrunds «unkalkulierbare Kostenrisiken» mit sich brächte.

Zudem handle es sich um einen massiven Eingriff in die Landschaft - nötig wären eine Betonschiene den Hang hinunter mit einem Geländer, und an beiden Enden bräuchte es ein prägnantes Bauwerk mit Podest zum Ein- und Aussteigen. Das würde viele Einsprachen auslösen und wäre kaum bewilligungsfähig, befürchten die Stadtbauten.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät versuchte die Wogen zu glätten. Immerhin prüfe die Stadt ja nun eine ebene, hindernisfreie Verbindung vom Schwellenmätteli zum Bärenpark. Das wäre natürlich keine ideale Lösung, aber doch eine Verbesserung, machte Tschäppät deutlich.

SDA/met

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch