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Keine Bären für Rüeggisberg

Rüeggisberg ist raus, Schwarzenburg und Riggisberg bleiben weiter im Rennen: Das Seilziehen um den Standort für die geplanten Bärengehege des Tierparks Bern geht in die nächste Runde.

In den geplanten Bärenanlagen im Gantrisch sollen die Tiere Auslauf auf 50'000 Quadratmetern haben (Symbolbild vom Bärenland Arosa).
In den geplanten Bärenanlagen im Gantrisch sollen die Tiere Auslauf auf 50'000 Quadratmetern haben (Symbolbild vom Bärenland Arosa).
Stefan Bohrer

Bern soll wieder junge Bärli bekommen – so der Plan von Tierparkdirektor Bernd Schildger. Damit die Tiere genug Platz haben, will der Tierpark in die Region expandieren: Im Gantrischgebiet sollen drei neue Gehege gebaut werden, in denen besonders die älteren Bären Platz finden.

Wo genau das neue Zuhause der Bären hinkommt, ist bisher aber ein wohlgehütetes Geheimnis. Alles, was Schildger und Projektleiter Ruedi Flückiger, Geschäftsführer der Gantrischplus AG, bisher verraten wollten, waren die möglichen Zielgemeinden. Schwarzenburg, Riggisberg und Rüeggisberg standen zur Auswahl.

In der Zwischenzeit sind die Pläne konkreter geworden. Aus einer Mitteilung, die Gantrischplus am Donnerstag verschickte, wird klar: Neu sind nur noch Schwarzenburg und Riggisberg im Rennen.

Rüeggisberg hingegen wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie aussortiert. Konkret seien zwei Punkte für diesen Entscheid ausschlaggebend gewesen, so Ruedi Flückiger: «Einerseits war die Zufahrtsstrasse zum Gebiet in Rüeggisberg zu schmal, und man hätte sie nicht ausbauen können.

Andererseits fehlte der direkte Anschluss an den öffentlichen Verkehr.» Hinzu gekommen sei zudem, dass sich das Land in Rüeggisberg für die Tiere weniger geeignet habe als die Alternativen: «Die Bären mögen es abwechslungsreich, mit Höhen, Tiefen und Wasserstellen. In dieser Hinsicht war Rüeggisberg weniger geeignet.»

Zwei Infoveranstaltungen geplant

Deutlich wird damit auch, dass es sich beim betrachteten Areal in Rüeggisberg nicht um den Thanwald gehandelt haben kann, wie diese Zeitung zu Beginn spekulierte – durch diesen führt nämlich eine Postautolinie, die zweimal pro Stunde im Than hält. Nach wie vor will Flückiger aber keine Auskünfte zu den genauen Standorten geben, weder zum entfallenen in Rüeggisberg noch zu den beiden in Schwarzenburg und Riggisberg.

Wo die Bärengehege hinkommen könnten, wird man erst Ende November erfahren: An zwei Infoveranstaltungen will die Projektträgerschaft ihr Vorhaben der Bevölkerung präsentieren. Am 27. November lädt sie in die Aula der Schule Riggisberg, am 29. November ins Oberstufenzentrum Schwarzenburg, jeweils um 20 Uhr.

«Dabei wollen wir auch herausfinden, wie die Stimmung in den Gemeinden gegenüber dem Projekt ist», so Ruedi Flückiger. Dies werde sicher auch ein wichtiger Faktor für den definitiven Entscheid sein.

Gefällt wird dieser vom Kanton Bern, voraussichtlich im Frühjahr 2020, so Flückiger. Am Donnerstag zumindest wurde diesem ein Bericht zu den verbleibenden Standortgemeinden Schwarzenburg und Riggisberg zur Vorprüfung übergeben.

«Wir nehmen es gelassen»

In Rüeggisberg indes herrscht über den neusten Entscheid in Sachen Bärengehege keine Enttäuschung. «Wir nehmen es gelassen», so Gemeinderätin Therese Ryser (SVP). Stattdessen freut sich Ryser auf die bevorstehenden Infoveranstaltungen, um mehr über das Projekt zu erfahren.

Und: Immerhin gehöre Rüeggisberg ja genauso zum Naturpark Gantrisch wie die beiden anderen Gemeinden. «Wir können stolz sein, dass ein solch gutes Projekt in unserer Region Platz findet – egal, ob in unserer Gemeinde oder einer der benachbarten.»

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