Armee räumt Granate aus Garten im Breitenrain

Bern

In einem Garten im Berner Breitenrainquartier wurde am Freitagvormittag eine alte Spitzgranate gefunden. Spezialisten der Armee haben den Blindgänger gesichert.

Der Blindgänger wurde in einem Garten am nördlichen Teil der Greyerzstrasse gefunden.

Der Blindgänger wurde in einem Garten am nördlichen Teil der Greyerzstrasse gefunden.

(Bild: Raphael Willen)

Kurz vor 10.30 Uhr am Freitag wurde der Kantonspolizei Bern ein Blindgänger in einem Kiesgarten vor einem Haus an der Greyerzstrasse gemeldet, wie ein Kapo-Sprecher auf Anfrage bestätigt. Wie in solchen Fällen üblich, wurden die Armeespezialisten der Kampfmittelbeseitigung hinzugezogen.

Diese haben die Granate untersucht und am Nachmittag gesichert und nach Thun abtransportiert. Dort wird das Geschoss nun kontrolliert gesprengt.

Granate lag unverdeckt im Garten

«Jemand hat eine 7,5cm-Spitzgranate in einem Garten deponiert», sagte Armee-Sprecher Daniel Reist auf Anfrage. «Es handelt sich dabei um ein Artilleriegeschoss, das im Ersten Weltkrieg verwendet wurde.» Die Granate stammt aus dem Bestand der Schweizer Armee.

Wie die Polizei bestätigt, wurde die angrenzende Liegenschaft während der Räumung vorsichtshalber evakuiert, weitere Anwohner wurden angewiesen, die Storen zu senken.

Dabei habe es sich um Sicherheitsmassnahmen gehandelt, eine unmittelbare Gefahr sei vom Sprengkörper nicht ausgegangen. Auch die vorübergehenden Strassensperrungen im Bereich Pappelweg und Birkenweg sollen demnächst aufgehoben werden.

Auf die Gefahr angesprochen, die von so einem Geschoss ausgeht, sagt Armeesprecher Reist: «Die Granate verfügt über einen Metallsplittermantel. Bei einer Explosion katapultiert der Sprengstoff die Splitter in alle Richtungen, das kann tödlich sein.» Genügend Sprengkraft, um ganze Häuser wegzusprengen, habe eine solche Granate allerdings nicht.

«Ich wusste erst gar nicht, was los ist», erzählt ein Anwohner, der das betroffene Haus von seinem Balkon aus sehen kann. Bereits kurz vor 11 Uhr habe er die Polizisten und Armeeangehörigen vor der Liegenschaft bemerkt. Da diese aber relativ locker gewirkt hätten, sei er erst gar von einer Übung ausgegangen.

Erst als nach dem Mittag ein Polizist vorbeigekommen sei und ihm erklärt habe, was vor sich gehe, habe er von der Granate erfahren. «Er bat mich, die Storen herunterzulassen und die Fenster zu öffnen», so der Anwohner.

Wer hat die Granate deponiert?

Völlig unklar ist bisher, ob im Zusammenhang mit der Granate ermittelt wird und falls ja, wer für die Ermittlungen zuständig ist. Die Armee sei lediglich für die Beseitigung der Munition zuständig, nicht aber für allfällige Ermittlungen, so Reist. Die Bombe sei in einem zivilen Umfeld gefunden worden. Bei der Kantonspolizei Bern heisst es auf Nachfrage, es handle sich «nach aktuellem Kenntnisstand um keinen strafrechtlich relevanten Tatbestand».

chh/mb

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