Aggressive Dogge muss zur Prüfung

Vor Gericht

Ein Hundehalter aus der Region Bern muss mit seiner Argentinischen Dogge eine Prüfung bestehen, sonst wird das Tier beschlagnahmt.

<b>Darf nur mit Bewilligung gehalten werden:</b> Eine Argentinische Dogge (Symbolbild).

Darf nur mit Bewilligung gehalten werden: Eine Argentinische Dogge (Symbolbild).

(Bild: iStock)

Über 45 Kilogramm können ausgewachsene Argentinische Doggen auf die Waage bringen. In ihrer Heimat setzt man sie als Jagdhunde für Grosswild ein. In der Schweiz figuriert das Tier deshalb in mehreren Kantonen auf der Rassenliste. Das heisst, es darf nur mit einer Bewilligung gehalten werden. Im Wallis und in Genf ist die Haltung sogar ganz verboten. Nicht aber im Kanton Bern.

Flüchtender Kurier

Dort kam es vor zweieinhalb Jahren zu einem Vorfall zwischen einer Dogge und einem Kurierdienst-Mitarbeiter. Dieser wollte an die Adresse in der Region Bern Essen ausliefern und klingelte an der Tür. Als diese geöffnet wurde, gelangte der Hund nach draussen und rannte dem Kurier, der aus Angst flüchtete, hinterher. Was dann genau passierte, kann nicht rekonstruiert werden.

Fakt ist, dass der Kurier über eine Mauer vier Meter in die Tiefe sprang, um sich in Sicherheit zu bringen. Ob die Verletzungen, die er im Gesicht davongetragen hat, von der Dogge stammen oder von seinem Sturz, konnte nicht abschliessend geklärt werden. Der Hundehalter ist der Meinung, der Kurier habe sich durch das Wegrennen falsch verhalten und nicht sein Hund.

Fakt ist auch, dass sich nach dem Vorfall, der es auch in die Medien schaffte, weitere Leute aus der Umgebung meldeten, die sich wegen des aggressiven Verhaltens vor dem Hund fürchten. Der Veterinärdienst des Kantons Bern forderte den Hundehalter daraufhin auf, seine Dogge untersuchen zu lassen.

Dort wurde klar: Dem Tier fehlt es an einer Rudelstruktur. Ausserdem diagnostizierte der Tierarzt eine defensive Aggression. Er empfahl eine Verhaltenstherapie in einer Hundegruppe, die der Hundehalter aber nach wenigen Besuchen wieder abbrach. Daraufhin verpflichtete der Veterinärdienst den Mann, mit seinem Hund die Prüfung für das Nationale Hundehalter-Brevet erfolgreich zu absolvieren. Passiere das nicht, werde die Dogge beschlagnahmt.

Brevet bis im August

Gegen diese Verfügung wehrte sich der Mann zuerst mittels Beschwerde bei der Volkswirtschaftsdirektion. Als diese abgewiesen wurde, gelangte er ans Verwaltungsgericht. Auch dieses kommt aber nun in seinem Urteil zum Schluss, dass der Hundehalter das Brevet mit seinem Hund bestehen muss, um ihn weiterhin behalten zu können.

«Der Beschwerdeführer hat sich darauf einzustellen, dass sein Hund einschüchternd wirken kann und dass es in seiner Verantwortung liegt, diesen stets wirksam zu kontrollieren», schreibt das Gericht. Der Beschwerdeführer hingegen sehe in erster Linie die Mitmenschen in der Pflicht, sich «hundegerecht» zu verhalten.

Diese Einstellung zeuge davon, dass er kein ausreichendes Problembewusstsein aufweise. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde deshalb ab. Mann und Hund haben bis Ende August Zeit, die Prüfung zu bestehen.

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