Bern

Zweiter Veloverleih für die Stadt Bern

BernPubli­bike bekommt Konkurrenz: Der Berner Gemeinderat hat dem Free-Floating-Veloverleihsystem Smide mit seinen E-Bikes eine Bewilligung erteilt. Der Start erfolgt voraussichtlich im Herbst.

Der private Veloverleih Smide setzt auf Stromer aus Oberwangen. Der Gemeinderat hat die Flottengrösse in Bern auf 300 E-Bikes beschränkt.

Der private Veloverleih Smide setzt auf Stromer aus Oberwangen. Der Gemeinderat hat die Flottengrösse in Bern auf 300 E-Bikes beschränkt. Bild: PD

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Mitten in den Turbulenzen um die derzeit wegen zahlreicher Diebstähle eingezogenen Pub­libikes hat der Gemeinderat ­am Mittwoch dem privaten Veloverleihsystem Smide die Bewilligung für fünf Jahre erteilt. Er sieht ­darin eine Ergänzung zu den in der Kritik stehenden Publibikes.

Während es sich bei Publibike um ein stationsgebundenes ­System handelt, wird Smide als Free-Floating-Angebot bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein System, das nicht auf fixe Verleihstationen angewiesen ist. «Smide verfügt über das nötige Know-how in diesem Geschäftsfeld», meint die Stadt.

Wie funktioniert ­Smide? Auf einer App auf dem Smartphone werden jene Orte angezeigt, an denen sich ein ­freies E-Bike befindet. Danach bucht man das Bike und kann ­losfahren. Am Ziel angelangt, stellt man das Velo einfach ­wieder ab – an jedem öffentlichen Ort innerhalb der Stadt Bern.

E-Bikes von Stromer

«Wir freuen uns sehr über den positiven Bescheid der Stadt Bern», sagt Smide-Sprecher Raoul Stöckle. Smide werde mit den schnellen E-Bikes «eine neue Mobilität in die Velohauptstadt bringen», ist er überzeugt. Tatsächlich setzt das Unternehmen anders als Publibike ganz auf ­E-Bikes. Dabei handelt es sich um Stromer aus Oberwangen. Mit diesen Bikes ist man mit bis zu 40 km/h unterwegs, deshalb gilt eine Helmpflicht. Entsprechend stehen bei den Bikes grössenverstellbare Helme zur Verfügung.

Die Ausleihe von Smide-Stromern kostet 25 Rappen pro Minute. Wer den Stromer nicht einfach irgendwo abstellt, ­sondern an eine sogenannte ­Bonuszone oder Ladestation ­zurückbringt, bekommt Gratisminuten. Es stehen auch günstigere Abos zur Verfügung.

Bisher in Zürich bekannt

Smide ist bisher hauptsächlich in der Stadt Zürich präsent. Zugelassen wird in Bern zunächst eine Flottengrösse von 300 Bikes. «Für einen Start ist dies ausreichend», sagt Stöckle. Die Stadt will so Zustände wie in anderen Städten vermeiden, wo der öffentliche Raum regelrecht mit Velos geflutet wurde.

Deshalb hat der Gemeinderat die Flottengrösse für Smide beschränkt. Die Bewilligung enthält ausserdem Vorgaben wie Begrenzungen für die Nutzung von öffentlichen ­Veloabstellflächen, Wegräumpflichten bei falsch parkierten Velos oder Vorgaben zur Einhaltung des Datenschutzes.

«Mittelfristig dürfte die Nachfrage eine höhere Anzahl an E-Bikes bedingen.»Raoul Stöckle

Stöckle lässt bereits jetzt durchblicken, dass eine grössere Flotte dereinst wünschenswert wäre. «Mittelfristig dürfte die Nachfrage eine höhere Anzahl an E-Bikes bedingen», sagt er. Simulationen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zeigen, dass in einem späteren Stadium eine E-Bike-Flottengrösse von 600 ideal wäre.

Mit dem Anschluss der angrenzenden Gemeinden wie etwa Köniz oder Ittigen müsste die Flotte ebenfalls sukzessive erweitert werden. Smide setze dabei aber im Gegensatz zur Konkurrenz auf deutlich weniger, dafür smarte ­E-Bikes. «Wir sind zuversichtlich, dass die Stadt Bern ihre ­Zurückhaltung aufweichen wird, wenn sie uns kennen gelernt hat.»

Diebstahlsichere Bikes

Weil die Publibikes massenhaft geknackt und gestohlen wurden, sind sie nun eingezogen worden. Das könne Smide nicht passieren, weil die Stromer ohne physisches Schloss auskommen. «Bei unseren E-Bikes wird der Motor elek­tronisch verschlüsselt gesperrt.

Gestohlene Bikes können nicht gefahren werden und sind somit nutzlos», erklärt Raoul Stöckle. Zusätzlich sind die Velos mit ­verschiedenen Trackern ausgerüstet, damit lassen sich entwendete E-Bikes einfach aufspüren.

Smide rechnet mit einem Start des Verleihsystems noch in ­diesem Herbst. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.08.2018, 15:42 Uhr

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