Volkshochschule: Sanierung – oder das Aus

Bern

Weniger Kurse, sinkende Teilnehmerzahlen und eine anstehende Sanierung: Die Volkshochschule Bern kämpft im 100. Jahr ihres Bestehens ums Überleben.

Die Volkshochschule Bern steckt in ihrem Jubilaeumsjahr (100 Jahre) in einer existenziellen Krise.

Die Volkshochschule Bern steckt in ihrem Jubilaeumsjahr (100 Jahre) in einer existenziellen Krise.

(Bild: Adrian Moser)

Christoph Hämmann

Im 100. Jahr ihres ­­Bestehens stellen sich für die Volkshochschule Bern existenzielle Fragen. «Ohne erfolgreiche Umsetzung der vorgesehenen Sanierungsmassnahmen wird die Schule ihre Tätigkeit einstellen müssen», schrieb Geschäftsleiterin Katrin Schmidt den Kursleitern und Dozentinnen. Schon im letzten November berichtete diese Zeitung über die Abwärtsspirale der Volkshochschule. Stetig weniger Kurse, sinkende Teilnehmerzahlen: Man stecke «in gravierenden finanziellen Schwierigkeiten», bestätigte Schmidt.

Am 4. April will die Führung einen Sanierungsplan auf den Tisch legen, wie aus Schmidts Mail hervorgeht. «Wir prüfen sowohl aufwand- wie auch ertragsseitig zahlreiche Massnahmen und sind zuversichtlich, dass uns die Rettung gelingt», sagte sie am Dienstag nur. Schwierig sei weiterhin die schwankende Auslastung von Deutschkursen, was sich doppelt negativ auf die Schulrechnung auswirke: mit weniger Teilnehmererträgen und weniger Subventionen des Kantons. «Diese Entwicklung ist als Hauptgrund für die defizitäre Jahresrechnung 2018 anzusehen», schrieb sie in ihrer Mail.

Entlastung erhofft sich die Schule unter anderem von Mietzinsreduktionen, die sie an ihren vier Standorten beantragt hat. Immobilien Stadt Bern allerdings, Eigentümerin des Hauptsitzes an der Grabenpromenade, winkt bereits ab. Während gegenüber dem «Bund» kürzlich «kaum Spielraum» ausgemacht wurde, heisst es nun, eine Mietzinsreduktion sei «nicht möglich», da es sich nicht um einen stadtnahen Betrieb handle.

Leise Hoffnung verbreitet dafür die Direktion für Bildung, Soziales und Sport. Grundsätzlich seien die Behörden offen, mit der Volkshochschule darüber zu reden, wie deren Sanierung unterstützt werden könnte, heisst es dort. Mit Blick auf das Gebot der Gleichbehandlung komme es aber nicht infrage, dass die Stadt die Volkshochschule à fonds perdu mit Geld unterstütze. «Eher realistisch ist beispielsweise ein Darlehen.»

Berner Zeitung

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