Streit um geplante Mobilfunkantenne

Wohlen

Eine geplante Mobilfunkantenne mitten im Dorf sorgte für viele Einsprachen und löst Unbehagen aus. Der Gemeinde sind aber die Hände gebunden. Sie kann die An­tenne kaum verbieten.

Eine geplante Mobilfunkantenne sorgt in Wohlen für Diskussionen (Symbolbild).

Eine geplante Mobilfunkantenne sorgt in Wohlen für Diskussionen (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Hans Ulrich Schaad

Zuletzt herrschte Funkstille. Nachdem im letzten September gegen ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne von Sunrise im Dorf Wohlen rund 50 Einsprachen eingegangen waren, bliebes recht ruhig. Jetzt ist wieder Bewegung im Verfahren. Bei den Anwohnern ging das Gerücht um, dass es sich nicht um eine Antenne für Wohlen handle, sondern um eine Durchgangsantenne. Die Leute befürchteten eine höhere Strahlenbelastung.

Gemeindepräsident Bänz Müller (SP plus) hat deshalb bei der Firma Huawei nachgefragt, die für Sunrise die Antenne projektiert. «Es ist eine Antenne für die Versorgung von Wohlen und Oberwohlen und keine Übertragungsstation», sagt Müller. Das hätten ihm die Huawei-Vertreter versichert. Das Gebiet habe im Sunrise-Netz eine Unterdeckung. Andere Standorte für die Antenne seien geprüft worden.

Baureglement entschlacken

Das Thema Mobilfunkantennen bewege die Bevölkerung und «brenne unter den Nägeln», sagt Bänz Müller, gerade mit Blick auf Ostermundigen: Diese Gemeinde ist daran, in ihrem Baureglement zu verankern, dass solche Antennen möglichst in Arbeitszonen erstellt werden müssen. Wohlen solle auch eine solche Vorschrift einführen, hätten Bürger angeregt. Die Behörden bereiten die nächste Überprüfung des Baureglements vor. In diesem Rahmen werden aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung aufgenommen und Themen wie der Mobilfunk zur Sprache kommen.

Grenzwerte eingehalten

Weil das gültige Bauregelement erst rund sechs Jahre alt ist, darf es wegen der Planbeständigkeit aber erst in zwei bis drei Jahren revidiert werden. Das aktuelle Antennenprojekt könne damit nicht verhindert werden, erklärt Müller. Ein entsprechender ­Passus würde sich erst bei späteren Vorhaben auswirken. Überhaupt seien der Gemeinde die Hände gebunden. Wenn die Antenne den Bauvorschriften entspreche und die Strahlenwerte einhalte, könne die Gemeinde als Bewil­ligungsbehörde das Projekt nicht verhindern. Gemäss dem Amtsbericht des Kantons werden die Grenzwerte nicht überschritten.

Noch sei die Antenne an der Uettligenstrasse nicht bewilligt, betont der Gemeindepräsident. Es seien in den nächsten Tagen Gespräche zwischen Huawei und Anwohnern und der Gemeinde angesetzt. Er könne dabei Huawei und Sunrise nur darauf hinweisen, dass die Bevölkerung gegen die Antenne sei, so Müller.

Falls die Gemeinde das Projekt bewilligt, werden wohl viele Einsprecher den Widerstand gegen die Antenne weiterführen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt