Proberner sprechen von einem Geständnis

Am Donnerstag gab es eine überraschende Wende in der Moutier-Frage. Für die Proberner ist nun klar, dass die Abstimmung über die Kantonszugehörigkeit von Moutier manipuliert worden ist.

Freude bei den Pro-Bernern nach dem Entscheid des Berner Verwaltungsgerichts Ende August, die Abstimmung über Moutiers Kantonszugehörigkeit zu wiederholen.

Freude bei den Pro-Bernern nach dem Entscheid des Berner Verwaltungsgerichts Ende August, die Abstimmung über Moutiers Kantonszugehörigkeit zu wiederholen.

(Bild: Keystone Anthony Anex)

Marius Aschwanden

Für das probernische Komitee Moutier-Prévôté ist nach Donnerstagabend klar: Die Separatisten gestehen ein, dass die Abstimmung vom 18. Juni 2017 über die künftige Kantonszugehörigkeit von Moutier manipuliert worden ist. Das jedenfalls schliessen die Proberner aus der Empfehlung der Separatisten, nun doch nicht ans Bundesgericht zu gelangen.

Im letzten November wurde die Abstimmung von der Regierungsstatthalterin des Berner Jura und am 29. August auch vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern wegen Unsauberkeiten für ungültig erklärt. Dies, nachdem die Proberner Einsprache gegen den vor zwei Jahren äusserst knapp beschlossenen Kantonswechsel eingereicht hatten. Nun hätten die Separatisten dreissig Tage Zeit, das Verdikt ans Bundesgericht weiterzuziehen.

Darauf jedoch soll verzichtet werden. Das hat das Komitee Moutier Ville jurassienne am Donnerstagabend an einer Konferenz mit über 400 Teilnehmern beschlossen. Die Separatisten erhoffen sich laut Gemeindepräsident Marcel Winistoerfer so eine schnellere Wiederholung der Abstimmung, wenn möglich im Sommer des kommenden Jahres.

Die Proberner hingegen deuten die Empfehlung als eindeutiges Geständnis der Unregelmässigkeiten, wie sie gestern in einer Mitteilung schrieben. Letztlich würden die Separatisten einen Weiterzug ans höchste Schweizer Gericht nicht wagen, weil sie eine Niederlage fürchteten. Dies angesichts «des Ausmasses der von den separatistischen Behörden begangenen Gesetzesverstösse».

Noch ist allerdings das letzte Wort nicht gesprochen. Die Entscheidung des Komitees Moutier Ville jurassienne ist lediglich eine Empfehlung. Zu den Beschwerdeführern, die an das Verwaltungsgericht gelangten, gehören neben der Gemeinde Moutier und dem Komitee auch eine Reihe von Einzelpersonen. Wenn sie Aufwand und Kosten nicht scheuen, können sie sich dennoch für einen Weiterzug entscheiden.

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