Brandsatz in Auto: Polizeieinsatz während Lichtshow

Bern

Unweit der Lichtshow auf dem Bundesplatz kam es am Donnerstagabend zu einem Grosseinsatz der Polizei wegen einer psychisch verwirrten Frau. In ihrem Auto wurden 25 Liter Bauchemikalien und 5 Liter Benzin sichergestellt.

Unweit des Bundesplatzes, in der Schauplatzgasse, fand die Polizei das verdächtige Auto. Im Bild die Lichtshow einen Tag danach.

Unweit des Bundesplatzes, in der Schauplatzgasse, fand die Polizei das verdächtige Auto. Im Bild die Lichtshow einen Tag danach.

(Bild: Raphael Moser)

Die meisten Besucher der Spätvorstellung der Lichtshow auf dem Bundesplatz in Bern haben am Donnerstagabend wohl gar nicht bemerkt, was sich in ihrer unmittelbaren Nähe abgespielt hat. Kurz vor 21 Uhr ist einer Polizeipatrouille eine Frau aufgefallen, die auf dem Bärenplatz unterwegs war und sich auffällig benahm, wie die Kantonspolizei Bern mitteilt.

Bei der Frau handelt es sich um eine 55-jährige Schweizerin. Sie habe einen verwirrten Eindruck hinterlassen, heisst es weiter. Als die Patrouille die Frau kontrollierte, sprach diese Drohungen aus und erwähnte ein parkiertes Auto in der Schauplatzgasse. Dieses war zwischen dem Bärenplatz und dem Restaurant Della Casa abgestellt.

Die Polizei nahm die Frau für weitere Abklärungen mit auf die Wache. Die Drohungen hätten sich an niemand Konkretes gerichtet, sagt Polizeisprecherin Ramona Mock auf Anfrage.

Was hatte die Frau vor, woher kamen die Chemikalien? Aufgrund der ausgesprochenen Drohungen konnte die Polizei ­jedoch nicht ausschliessen, dass vom Auto der Frau eine Gefahr hätte ausgehen können. Deshalb sperrte sie die Schauplatzgasse vorübergehend. Zudem wurde ein Ambulanzteam sowie die Berufsfeuerwehr Bern aufgeboten.

Spezialisten des Dezernats für Brände und Explosionen hätten das Auto untersucht und dabei mehrere Liter einer hochentzündbaren Flüssigkeit gefunden, die sichergestellt hätten werden können.

Gemäss neusten Erkenntnissen der Polizei handelt es sich um rund 25 Liter eines Gemisches aus hochentzündbaren Bau­chemikalien. Dazu fand die Polizei 5 Liter Benzin. Was genau die Frau mit dem Brandsatz anstellen wollte, ist bisher noch unklar respektive ist Teil der Ermittlungen und wird von der Kapo nicht kommunziert. Auch darüber, wie die Frau an die Chemikalien ­gelangen konnte, gibt die Polizei keine weiteren Auskünfte.

Kein Bezug zum Lichtspektakel

Nur einen Steinwurf vom Auto mit dem Brandsatz entfernt, lief zur gleichen Zeit das Lichtspiel auf dem Bundesplatz mit seinen Tausenden von Zuschauern. Laut Polizeisprecherin Ramona Mock gebe es aber absolut keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit dem Lichtspiel.

«Wir haben vom Vorfall nichts mitbekommen. Wenn etwas Gravierendes gewesen wäre und uns betroffen hätte, wäre ich informiert worden», sagt die Produzentin der Lichtshow Brigitte Roux von Starlightevents auf ­Anfrage. Man habe ein spezielles Telefon, das nur der Polizei bekannt sei. «Dieses läutete am Donnerstag nicht», so Roux.

Die Stadt schütze die Lichtshow gut. Es gebe ein ausführ­liches Sicherheitskonzept mit einem Katastrophenszenario. Dieses sei nach den jüngsten Ereignissen im Ausland angepasst worden. «Wir haben nun vermehrt uniformierte Polizisten auf dem Platz», so Roux. Während des Spektakels seien ausserdem drei Aufsichtspersonen der Securitas vor Ort, die sich um die Sicherheit der Zuschauer kümmern würden.

Sicherheitskonzept behält Polizei für sich

Mehr Details gibt es über das ­Sicherheitskonzept nicht zu ­erfahren. Die Kantonspolizei Bern will keine Details dazu ­bekannt geben – aus taktischen Gründen, wie Ramona Mock von der Medienstelle betont.

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Weitere Ermittlungen sind am Laufen. Die Frau wurde nach dem Gang zur Wache in ärztliche Behandlung gebracht. Kurz nach 22.30 Uhr gab die Polizei die Schauplatzgasse wieder frei.

mbu/tma

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