«Idealerweise würden an Samstagen nur wenige Fussballspiele stattfinden»

Bern

In der kommenden Fussballsaison werden Samstagsspiele neu erst um 19.45 Uhr angepfiffen. Die Kantonspolizei Bern befürchtet deshalb mehr Aufwand. Sie sieht jedoch auch einen Vorteil.

Die Kantonspolizei Bern muss in der kommenden Fussballsaison Einsätze kurzfristiger planen.

Die Kantonspolizei Bern muss in der kommenden Fussballsaison Einsätze kurzfristiger planen.

(Bild: Andreas Blatter)

Christian Häderli@ChriguHaederli

Was bedeuten spätere Anspielzeiten an Samstagsspielen für die Kantonspolizei Bern?
Michael Fichter, Mediensprecher Kapo Bern: Wir sehen den Neuerungen mit gemischten Gefühlen entgegen, denn diese stellen uns auch vor Schwierigkeiten: So ist die Planung am Wochenende schwieriger. Beginnen Fussballspiele samstags erst um 19.45 Uhr, müssen Polizisten längere Einsätze leisten. Deshalb können diese dann am darauffolgenden Tag nicht eingesetzt werden. Wir stellen zudem an Samstagabenden eine gesteigerte Festlaune fest. Beginnen die Fussballspiele später, wird vor den Spielen tendenziell mehr Alkohol konsumiert.

Gibt es für die Polizei auch Vorteile, wenn Samstagsspiele später angepfiffen werden?
Ja, insbesondere bei Stadien mit Einkaufszentren. Wird ein Fussballspiel erst um 19.45 Uhr angepfiffen, kommen sich Ladenkunden und Matchbesucher nicht in die Quere. Das vereinfacht für uns vieles.

Wann wäre für die Polizei die ideale Zeit, ein Samstagsspiel anzupfeifen?
Idealerweise würden aus unserer Sicht nur wenige Fussballspiele an Samstagen stattfinden. Am einfachsten ist es für uns, wenn die Spiele unter der Woche stattfinden. Auch Spiele an Sonntagnachmittagen wären uns lieber als Samstagsspiele. Uns ist jedoch bewusst, dass die Fussballclubs und der Fussballverband andere Bedürfnisse haben als wir. Es geht nun darum, einen guten Mittelweg zu finden.

In den ersten neun Runden fällt kein YB-Heimspiel auf einen Samstag. Der FC Thun spielt hingegen gleich an zwei Samstagen zuhause: Am 14. Juli gegen Lausanne und am 18. August gegen St. Gallen. Probiert die Polizei, Risikospiele an Samstagabenden zu verhindern?
Wir haben unsere Wünsche bei der Swiss Football League deponiert.

Bisher wurden vor dem Saisonstart jeweils die Anspielzeiten bis Ende Jahr veröffentlicht. Dieses Jahr hat die Swiss Football League bisher nur die Anspielzeiten der ersten neun Runden bekanntgegeben. Sie hat aber angekündigt, bis spätestens 30 Tage vor der jeweiligen Partie über die Anspielzeiten zu informieren. Bereitet Ihnen das Schwierigkeiten?
Für die Polizei bedeutet dies, dass nun auch Einsätze an Fussballspielen kurzfristiger geplant werden müssen. Das ist für uns ein Mehraufwand und eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeitenden. Diese wissen auch gerne im Voraus, ob sie arbeiten müssen oder das Wochenende mit der Familie verbringen können.

Die Swiss Football League hat die Änderungen in erster Linie mit den Fussballclubs und den Fernsehsendern abgesprochen. Wurde mit der Polizei ebenfalls das Gespräch gesucht?
Die Neuerungen sind uns vom Fussballverband vorgestellt worden. Ein Mitspracherecht hatten wir aber nicht. Wir werden nun Erfahrungen sammeln und danach allenfalls das Gespräch suchen.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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