FDP Stadt Bern versucht die Erneuerung

Bern

Drei von vier Frauen treten aus dem Vorstand der FDP Stadt Bern zurück. Noch lieber hätte der Präsident die ganze Crew getauscht.

In der FDP Stadt Bern gibt es persönliche Animositäten. Letztmals zeigte sich dies im Januar, als Claudine Esseiva von ihrer Partei nur haarscharf für die Nationalratsliste nominiert wurde.

In der FDP Stadt Bern gibt es persönliche Animositäten. Letztmals zeigte sich dies im Januar, als Claudine Esseiva von ihrer Partei nur haarscharf für die Nationalratsliste nominiert wurde.

(Bild: Adrian Moser)

Christoph Hämmann

Bei der FDP der Stadt Bern ist der Wurm drin. Statt Reibung produktiv zu nutzen und sich breit aufzustellen, scheinen sich die verschiedenen Flügel seit Jahren gegenseitig zu blockieren. Hinzu kommen persönliche Animositäten, die sich besonders gern an der Stadträtin Claudine Esseiva entzünden.

Letztmals zeigte sich dies im Januar, als Esseiva von ihrer Partei nur haarscharf für die Nationalratsliste nominiert wurde. Es war eine Demütigung für die einstige Zukunftshoffnung des Freisinns ebenso wie Ausdruck eines Führungsversagens der Parteileitung.

Genau diese Parteileitung soll jetzt erneuert werden. Wie der «Bund» am Dienstag berichtete, treten an der nächsten Parteiversammlung drei von neun Mitgliedern des Vorstands aus dieser Funktion zurück: Neben Esseiva sind dies Dolores Dana, langjähriges Vorstandsmitglied, Stadträtin und einstige Fraktionschefin im Stadtparlament, sowie Ursula Stöckli, die bisher für die Mitgliederbetreuung zuständig war. Mit Semiramis Mordasini verbleibt nur eine von bisher vier Frauen im Vorstand.

«Fruchtlose Diskussionen»

Sie gingen «im Guten», liessen sich Esseiva und Dana zitieren. «Es hat sich so ergeben, und es ist auch keine Gendergeschichte», betont Dana auf Nachfrage. Laut Esseiva hat Präsident Zimmerli mehrfach den Wunsch geäussert, mit einer neuen Crew weitergehen zu können. «Ich finde, dass Christoph Zimmerli diese Chance erhalten soll», sagt sie.

Laut Grossrat Christoph Zimmerli, der vor zehn Jahren Vizepräsident der städtischen FDP wurde und 2017 das Präsidium übernahm, liegt hinter seiner Partei «eine Phase von fünf Jahren mit fruchtlosen Diskussionen». Als Präsident könne er die Führungscrew erneuern, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass sich die Partei nicht weiterhin intern aufreibe. «Viel mehr kann ich nicht tun», sagt Zimmerli. «Es ist ein Vorschlag zur Güte und nicht gegen jemanden gerichtet.»

Die Mitglieder von Amtes wegen – Fraktionschef und Jungfreisinn-Präsident – standen nicht zur Disposition. Den anderen Bisherigen wurde es laut Zimmerli frei überlassen, ob sie weiterhin der Parteileitung angehören wollen – mit dem Bekenntnis, allfällige bisherige Differenzen ad acta zu legen und konstruktiv mitzuwirken. Zu möglichen Nachfolgerinnen oder Nachfolgern der drei Abtretenden wollte sich Zimmerli noch nicht äussern.

Berner Zeitung

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