Berner schätzen die städtische Verkehrspolitik

Bern

Wie eine Studie besagt, ist keine Stadtbevölkerung zufriedener mit ihrer Verkehrspolitik als jene Berns. Ursula Wyss sieht sich bestätigt – und mahnt zu mehr Tempo bei der Velo-Offensive.

Die zwei beliebtesten Verkehrsmittel: Ein Bernmobil-Bus sowie Velofahrerinnen und Velofahrer am Bubenbergplatz. Foto: Adrian Moser

Die zwei beliebtesten Verkehrsmittel: Ein Bernmobil-Bus sowie Velofahrerinnen und Velofahrer am Bubenbergplatz. Foto: Adrian Moser

Christoph Hämmann

Was die Autoren der Studie ­«­Mobilität in Schweizer Städten» auch fragten: Bernerinnen und Berner gaben Antworten, die Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP) freuen. «Klare Bestätigung für Stadtberner Verkehrspolitik», überschrieb sie denn auch gleich die Mitteilung, die ihre Direktion nach der Publikation der Studie verschickte.

Tatsächlich: Im Vergleich mit sechs anderen Städten schnitt Bern am besten ab. 78 Prozent der Stadtbewohner sind «sehr zufrieden» oder «eher ­­zufrieden» mit Berns Verkehrssituation. Überwältigend sei die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem ­öffentlichen Verkehr. «Bernerinnen und Berner lieben Bernmobil», sagt Wyss, die von Amtes wegen beim städtischen Verkehrsbetrieb den Verwaltungsrat präsidiert.

«Ungenutztes Potenzial»

Zweitwichtigstes Verkehrsmittel hinter dem ÖV ist für die Stadtbevölkerung laut der repräsentativen Studie des Berner Büros GFS das Velo. Auch dies freut natürlich die Mutter der Velo-Offensive, doch fokussiert sie lieber auf den «klaren Auftrag, der aus der Studie hervorgeht: den weiteren und vor allem schnelleren Ausbau der Veloinfrastruktur».

Danach gefragt, worin investiert werden soll, erhielt kein Vorschlag mehr Unterstützung als der Ausbau der Veloinfrastruktur. Weil aber Velofahrer am meisten Gefahrensituationen angeben, die sie schon erlebt hätten, sieht Wyss das grosse Potenzial derer brachliegen, die erst aufs Velo umsteigen, wenn die Stadt flächendeckend «sicheres Velofahren» anbieten kann.

Bestätigt sieht sich Wyss, die insbesondere letztes Jahr den ­­öffentlichen Raum im grossen Stil möblierte, in einem weiteren Befund der Studie: Die Investition, die am zweithäufigsten gefordert wird, ist jene in «Stadträume, in denen man sich wohl fühlt». Verkehrspolitik bedeute heute nicht mehr nur «Transport», so Wyss, «sondern immer stärker auch die Aufenthaltsqualität von Räumen».

«Erfolgsmodell der Städte»

Letzteres lässt sich selbst auf den Bahnhofplatz übertragen, auf dem die geplante weitere Reduktion des privaten Autoverkehrs laut Studie von 69 Prozent als Chance erachtet wird. «Ich bin überzeugt, dass dies das Erfolgsmodell der Städte ist», sagt Wyss. «Mit ÖV und Velo möglichst viele Menschen platzsparend zu transportieren.» Auf diese Weise bleibe auch mehr öffentlicher Raum zum Leben.

Berner Zeitung

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