Aus für Münsterwohnung

Die Turmwohnung im Berner Münster wird künftig nicht mehr bewohnt. Stattdessen soll der Turmsaal für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. So beschloss es der Grosse Kirchenrat.

Neuer Zweck für die Abwartswohnung oben im Münster sowie die darüber liegende Halle.

Neuer Zweck für die Abwartswohnung oben im Münster sowie die darüber liegende Halle. Bild: Walter Pfäffli

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Schon seit dem 15. Jahrhundert dient die Turmwohnung des Münsters den Turmwärtern als Domizil. Seit 2007 wohnt jedoch niemand mehr in der höchstge­legenen Wohnung der Stadt: Während der Sanierung des Münsters wurden die Turmräumlichkeiten, also die Wohnung und der darüber gelegene Saal, als Baubüro genutzt.

Mittlerweile sind die Restaurierungsarbeiten am Turm abgeschlossen, und das Baubüro ist verschwunden. Nun stellte sich die Frage, wie die Turmräume in Zukunft genutzt werden sollen. Der Vorschlag des Kleinen Kirchenrats: Der grosszügige, achteckige Turmsaal soll für Veranstaltungen vermietet werden.

Weil aber der Saal und die Wohnung aus brandschutztechnischen Gründen nicht gleichzeitig belegt sein dürfen, könnte die Wohnung dann nicht mehr belegt werden. Stattdessen soll dort das Büro der Turmwärtin sowie ein Sitzungszimmer entstehen. Der Grosse Kirchenrat genehmigte dafür einen Kredit von 459'000 Franken .

Die Umnutzung der Turmräumlichkeiten sorgte im Vorfeld für Diskussionen innerhalb der Gesamtkirchgemeinde, wie Kurt Zaugg von der Baukommission erzählt: «Besonders die schlechte Erschliessbarkeit des Saals war ein Thema.» Dieser ist nämlich nur über mehr als 260 Treppenstufen erreichbar – «einen Lift gibt es nicht und wird es auch nie geben». Für gehbehinderte Personen werden die neuen Veranstaltungsräume also unerreichbar sein. «Diesen Punkt nehmen wir in Kauf», fuhr Zaugg fort, «denn alles andere leuchtet ein.»

«Quasi unter Zugdruck»

Viel Zeit für eine Planänderung bleibt dem Kirchenrat ohnehin nicht. Aktuell steht nämlich ein Baustellenlift im südlichen Bereich des Turmes. Diese Infrastruktur setze den Kirchenrat «quasi unter Zugdruck», sagte Eugen Marbach, Mitglied des Kleinen Kirchenrates: «Wenn wir die Turmräume sanieren wollen, dann jetzt.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.03.2016, 06:41 Uhr

Liegenschaftsstrategie

Während für die Sanierung der Turmräumlichkeiten ein Kredit von fast 460'000 Franken genehmigt wurde, spart die Gesamtkirchgemeinde andernorts: Um ganze 50 Prozent sollen die Liegenschaftskosten gesenkt werden. Die letzten zwei Jahre mussten sich die einzelnen Gemeinden selbst damit auseinandersetzen, wie sie die Sparmassnahmen umsetzen wollen. Weil viele Gemeinden mit der Aufgabe überfordert sind, geht die Strategie nicht auf. Deshalb beschloss der Grosse Kirchenrat, dass nun eine gesamtstädtische Lösung erarbeitet werden soll. Bis diese vorliegt, dauert es aber mindestens ein Jahr.

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