Auktionstermin für Autofriedhof festgelegt

Kaufdorf

Die Oldtimer-Galerie in Toffen versteigert am 19.September die Wracks auf dem Gürbetaler Autofriedhof. Dies wurde gestern verkündet. Die Gemeinde Kaufdorf hat den dafür nötigen Vertrag aber noch gar nicht unterzeichnet.

Reinhard Schmidlin will nicht mehr länger warten und packt zusammen mit seinem Team von der Oldtimer-Galerie die Auktion der Wracks an. Am 19.September hat damit wohl das letzte Stündlein des Gürbetaler Autofriedhofs geschlagen.

Reinhard Schmidlin will nicht mehr länger warten und packt zusammen mit seinem Team von der Oldtimer-Galerie die Auktion der Wracks an. Am 19.September hat damit wohl das letzte Stündlein des Gürbetaler Autofriedhofs geschlagen.

(Bild: Markus Hubacher)

Neues, aber mit Sicherheit nicht letztes Kapitel in der Posse um den Gürbetaler Autofriedhof. Gestern Abend hat die Oldtimer-Galerie in Toffen in einer Mail und auf ihrer Homepage im Internet verkündet, dass sie am 19.September den «legendären historischen Autofriedhof» versteigern wird. Eine «No-Limit-Auction» soll es an diesem Herbstsamstag geben, bei der alle Fahrzeuge von Schrotthändler Franz Messerli ohne Mindestpreis unter den Hammer kämen. Die Rede ist weiter von «zirka 800 Restaurationsobjekten und Teileträgern der 1930er- bis 1960er-Jahre». Das würde bedeuten: An diesem Tag wird der Autofriedhof Kaufdorf endgültig aufgelöst. Im Internet sind bereits weiterführende Informationen zur Auktion zu finden: unter anderem eine 13 Seiten umfassende Fahrzeugliste. Abmachung gebrochenDie Initianten der Auktion scheinen mit ihrer Information eine der Abmachungen mit der Gemeinde Kaufdorf zu brechen. Denn Franz Messerli und Reinhard Schmidlin von der Oldtimer-Galerie hatten mit der Gemeinde bis zur Vertragsunterzeichnung Stillschweigen vereinbart. Dementsprechend erstaunt reagierte Gemeinderat Hugo Räz, als ihn diese Zeitung über den Entscheid der Gegenseite informierte. Der Vertrag sei in den letzten Wochen mehrmals angepasst und durch den Regierungsstatthalter sowie durch die kantonalen Stellen geprüft worden, erklärt Räz. Offensichtlich akzeptiere die Gegenseite nun die ausgehandelten Bedingungen. «Wir haben den Vertrag jedoch noch nicht unterschrieben», präzisiert Räz. Weder Messerli noch Schmidlin, und auch nicht deren Fürsprech Roger Lerf, waren bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme zu erreichen. Hat Messerli bezahlt?Somit bleibt vorläufig unklar, ob Franz Messerli 250'000 Franken zusammengekratzt hat, damit die Gemeinde einer Auktion überhaupt zustimmt. Der Gemeinderat fordert die Viertelmillion als Sicherheitsleistung, falls sie, respektive der Steuerzahler, die Verschrottung der illegal abgestellten Fahrzeuge schliesslich doch noch bezahlen müsste. Offen bleibt auch, ob möglicherweise Dritte das Geld eingeschossen haben. Denn seit Monaten wiederholt Schrotthändler Messerli bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass er die Räumung des Autofriedhofs und die Sanierung des Geländes nicht bezahlen könne. Dies scheint wohl auch zu stimmen, denn Messerli standen bis Anfang Jahr Betreibungen in Höhe von über 351'000 Franken ins Haus (wir berichteten). Auch die Auktion im September ist nicht gratis zu haben: «Mit einem so grossen Anlass sind schnell 100'000 Franken ausgegeben», sagt Beat Leu, Mitarbeiter der Oldtimer-Galerie. Die Organisatoren erwarten für die Auktion 5000 bis 10'000 Besucher. Die Versteigerung werde schätzungsweise zwölf Stunden dauern, so Leu weiter. «Das wird für uns ein Marathon.» Die Autofriedhofposse erhitzt seit Jahrzehnten die Gemüter im Gürbetal. Bereits 1958 hatte Vater Walter Messerli Schwierigkeiten mit der Gemeinde Kaufdorf.

Berner Zeitung

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