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270 junge Berner demonstrieren gegen Menschenhandel

Rund 270 Jugendliche und junge Erwachsene haben mit einem «Walk of Freedom» durch Bern gegen Menschenhandel demonstriert.

In Bern demonstrierten am Samstagnachmittag rund 270 Personen gegen den Menschenhandel. (Archivbild)
In Bern demonstrierten am Samstagnachmittag rund 270 Personen gegen den Menschenhandel. (Archivbild)
Keystone

Die Demonstranten wollen mit ihrer Kundgebung die Bevölkerung für die Problematik Sklaverei sensibilisieren. «Wir sind uns zu wenig bewusst, dass Sklaverei in Europa, der Schweiz und auch in Bern Realität ist», sagte ein Demonstrant am Samstag vor einer Gruppe junger Menschen auf dem Helvetiaplatz.

Die Teilnehmer zogen danach in schwarz gekleidet und mit einem gelben Tuch vor dem Mund durch die Berner Innenstadt. Die Farbe schwarz soll die Traurigkeit der Thematik und die hohe Dunkelziffer hervorheben.

«Mit dem gelben Tuch und dem Namen darauf wollen wir den Opfern, die nicht sprechen können, eine Stimme geben», sagte die Mitinitiantin Sarah Getzmann der Nachrichtenagentur sda. Hinter jedem Namen stehe eine Person und ein Recht auf Freiheit.

Organisiert hat die Demonstration eine Gruppe junger Berner, welche unter der Dachorganisation A21 agiert. Deren Mission ist es, Sklaverei durch Prävention, Opferrettung und Strafverfolgung zu beenden.

Die Mitglieder bezeichnen sich selbst als «Freiheitskämpfer des 21. Jahrhunderts». Am Samstag haben 400 solcher Märsche in 50 Ländern auf der ganzen Welt stattgefunden. Demonstrationen gab es auch in Zürich und Genf.

Tausende Betroffene in der Schweiz

«Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und Bewusstsein für die Thematik zu schaffen», sagte die Initiantin Sarah Opprecht. Schliesslich sei jeder durch seinen Konsum Teil des Auslösers und der Förderung des Menschenhandels. Ihre Vision ist etwa, einen individuellen Fussabdruck bezüglich Menschenhandel zu schaffen.

Offiziell gibt die Schweiz zum Menschenhandel keine Zahlen bekannt. «In der Schweiz gibt es Tausende Betroffene», sagte Irene Hirzel vom Beratungs- und Schulungszentrum Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Sie war eine der Sprecherinnen am Anlass.

Brennpunkte seien die Arbeitsausbeutung, das Asylwesen und die Prostitution. Hirzel bietet unter dem Verein Act212 die Nationale Meldestelle an, wo sich Betroffene anonym melden können.

SDA/flo

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